Gewaltsamer Tod ehemaligen Pastors: Zwei Männer verurteilt

03.01.2022 Nach dem gewaltsamen Tod eines ehemaligen Pastors ist ein 22-Jähriger des Mordes schuldig gesprochen worden. Das Berliner Landgericht verhängte am Montag eine Jugendstrafe von acht Jahren. Mit Komplizen habe er das 77-jährige Opfer berauben wollen, hieß es im Urteil. In der Wohnung des Seniors sei der Überfall «aus dem Ruder gelaufen». Ein 25-jähriger Mitangeklagter erhielt wegen Raubes eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren. Er sei an den Planungen der Tat beteiligt gewesen, begründete das Gericht.

Eine Statue der Justitia hält eine Waage und ein Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Theologe war am 4. Juli 2020 tot in seiner Moabiter Wohnung entdeckt worden. Der 77-Jährige sei am 30. Juni 2020 aus Habgier umgebracht worden, hieß es im Urteil. Er sei zu Boden gebracht, geknebelt und mit einem Kissen erstickt worden. «Es war ein tragisches und grausames Geschehen», so die Vorsitzende Richterin.

Der Senior habe den 25-Jährigen bereits etwa ein Jahr vor der Tat im Strichermilieu kennengelernt, so das Gericht. Der Ex-Pastor sei in der Szene als «reicher Freier» bekannt gewesen und habe sich gegenüber dem 25-Jährigen finanziell großzügig gezeigt. Gemeinsam mit dem 22-Jährigen und einem weiteren Komplizen, die wie er aus Rumänien stammen, habe er schließlich einen Raub geplant, bei der Tat aber im Hintergrund bleiben wollen. Nur der 25-Jährige habe gewusst oder vermutet, dass es in der Wohnung möglicherweise lohnenswerte Beute geben könnte.

Der 22-Jährige habe sich am 30. Juni 2020 mit einem Komplizen, der sich inzwischen der Polizei gestellt habe, in die Wohnung des Seniors begeben. «Bereits im Flur kam es zu einem Kampfgeschehen», sagte die Richterin. «Offenbar wollte er keine Verstecke nennen, vielleicht hatte er auch nichts.» Der 22-Jährige habe das Opfer zumindest festgehalten und dadurch einen Tatbeitrag geleistet. Was aus der Wohnung verschwand, habe nicht geklärt werden können.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den 22-Jährigen auf eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes plädiert. Im Fall des 25-Jährigen verlangte der Ankläger zwölf Jahre Haft wegen Raubes mit Todesfolge. Die Verteidiger des 22-Jährigen, der ein Teilgeständnis abgelegt und den dritten Komplizen genannt hatte, plädierten auf eine Jugendstrafe wegen Beihilfe zum Totschlag. Für den 25-Jährigen forderten seine Anwälte Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Bundesliga: Bericht: Favre kehrt nach Gladbach zurück

People news

Popsänger: Ed Sheeran freut sich über ein Mädchen

Musik news

Deutsch-Pop: Kölner Band Erdmöbel zwischen Alltag und Euphorie

People news

Schauspieler : Tom Cruise: Habe viel mit Prinz William gemeinsam

Auto news

Preis runter, Fahrer munter?: Der Tankrabatt kommt: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Handy ratgeber & tests

Featured: iOS 15.6: Alle Infos zum iPhone-Update

Reise

Bundesrat macht Weg frei: 9-Euro-Tickets für Busse und Bahnen kommen zum 1. Juni

Das beste netz deutschlands

Gefährliche Mails: Phishing-Betrüger auf Paypal-Raubzug

Empfehlungen der Redaktion

Regional berlin & brandenburg

Tod eines Ex-Pastors: Urteil wegen Quarantäne verschoben

Regional berlin & brandenburg

Landgericht Berlin: Tod eines ehemaligen Pastors: Dritter Angeklagter verurteilt

Regional berlin & brandenburg

Prozess: Tod eines ehemaligen Pastors: Geständnis im zweiten Prozess

Regional berlin & brandenburg

Tod eines ehemaligen Pastors: Prozess in der Schlussphase

Regional berlin & brandenburg

Tod eines ehemaligen Pastors: Prozess vor dem Abschluss

Regional hamburg & schleswig holstein

Tödlicher Messerstich: Jugendstrafe für Angeklagten

Regional berlin & brandenburg

Messerangriff auf Ex-Freundin: Neun Jahre Haft

Regional berlin & brandenburg

Prozesse: Nach Geldautomaten-Sprengung in Mariendorf: Vier Jahre Haft