Ermittlungen nach Olympia-Skandal im Fünfkampf eingestellt

11.01.2022 Wegen der Vorfälle beim olympischen Fünfkampf hatten Tierschützer Strafanzeige gestellt. Nun will die zuständige Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner beenden.

Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium. Foto: Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach dem Olympia-Skandal um die Moderne Fünfkämpferin Annika Schleu und Bundestrainerin Kim Raisner hat die Potsdamer Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen Tierquälerei eingestellt. Die Beschuldigten hätten bei den Sommerspielen in Tokio auf das Reitpferd nur kurzfristig eingewirkt und sich in einer physischen und psychischen Ausnahmesituation des olympischen Wettkampfs befunden, hieß es in einer am Dienstag auf der Internetseite der Behörde veröffentlichten Mitteilung.

«Dem Turnierpferd wurden zudem keine Verletzungen zugefügt.» Schleu und Raisner müssen einen Geldbetrag zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung zahlen. Zur Höhe wollte die Staatsanwaltschaft aus Gründen des Persönlichkeits- und Datenschutzes keine Angaben machen. Erst wenn die beiden das Geld bezahlt haben, wird das Ermittlungsverfahren eingestellt.

Das Schleu zugeloste Pferd hatte bei den Olympischen Spielen im Parcours in Tokio verweigert, Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten «Hau mal richtig drauf!» zum Einsatz der Gerte aufgefordert. Der Deutsche Tierschutzbund hatte nach den Vorkommnissen Strafanzeige gegen Schleu und Trainerin Raisner gestellt. Die Ermittlungen wurden wegen des Wohnorts der Beschuldigten in Potsdam geführt.

«Angesichts der geringen Auswirkungen der Tat und vor dem Hintergrund der fortgesetzten medialen Berichterstattung ist von einer ausreichenden Einwirkung auf die strafrechtlich bisher nicht in Erscheinung getretenen Beschuldigten durch das Ermittlungsverfahren auszugehen», hieß es weiter. «Deshalb und auch wegen der vorgesehenen künftigen Austragung des Modernen Fünfkampfs ohne Reitsport besteht keine Wiederholungsgefahr.»

«Die Einstellung erfolgte mit Zustimmung unserer Mandantin», so Raisners Anwalt Simon Bergmann. Es sei mit keinem Schuldeingeständnis verbunden. Ausschlaggebend sei gewesen, dass ein langwieriges Ermittlungs- und Gerichtsverfahren mit Belastungen für alle Beteiligten vermieden werden konnte. Damit entfalle der Schuldvorwurf, so dass sich Raisner weiterhin als unschuldig bezeichnen dürfe.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Borussia Mönchengladbach: Eberl-Rückzug mit Tränen: «Beende etwas, was mein Leben war»

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Apple mit Rekord-Weihnachtsquartal trotz Chip-Knappheit

Reise

Neue Einstufung: 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste gestrichen

Musik news

Musik-Charts: Viertes Nummer-eins-Album für Billy Talent

Musik news

Musik-Charts: Viertes Nummer-eins-Album für Billy Talent

Auto news

Ampelschläfer oder Schleicher: Wann ist das Anhupen erlaubt?

Tv & kino

Featured: The Woman in the House Across the Street from the Girl in the Window: Alle Infos zur Netflix-Serie

Das beste netz deutschlands

Rat der Bundesnetzagentur: Vor Online-Käufen Anbieter checken

Empfehlungen der Redaktion

Sport news

Anzeige wegen Tierquälerei: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Fünfkämpferin Schleu

Sport news

Nach Olympia-Skandal: Ermittlungen erhöhen Druck auf Modernen Fünfkampf

Regional berlin & brandenburg

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Schleu und Trainerin

Sport news

Nach Olympia-Drama: Dressur-Olympiasiegerin kritisiert Fünfkampf

Sport news

Nach Fünfkampf-Drama: Tierschutzorganisation stellt Strafanzeige gegen IOC

Sport news

Nach Olympia-Eklat: Reitsport-Präsident Erbel über Fünfkampf: Druck erhöhen

Regional berlin & brandenburg

Olympia: Fünfkampf-Drama: Forderung nach neuen Regeln

Regional berlin & brandenburg

Zeitung: Moderne Fünfkämpferin Schleu will weitermachen