Centre Pompidou kommt in die Neue Nationalgalerie

09.12.2021 Während der mehrjährigen Renovierung des Centre Pompidou in Paris sollen wichtige Teile der berühmten Sammlung in der Neuen Nationalgalerie in Berlin präsentiert werden. Die Ausstellung solle sich 2026 über fünf bis sechs Monate erstrecken, kündigte der Leiter der Neuen Nationalgalerie, Joachim Jäger, am Donnerstag in Berlin an. Ein ähnliches Projekt mit dem New Yorker Museum of Modern Art hatte 2004 als «MoMA in Berlin» 1,2 Millionen Menschen angelockt.

Blick auf die Neue Nationalgalerie. Foto: Christophe Gateau/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im kommenden Jahr setzt die Neue Nationalgalerie mit vier Projekten internationaler Künstlerinnen auf starke weibliche Einflüsse im frisch sanierten Haus. Seit Wiedereröffnung des ikonischen 60er-Jahre-Baus von Ludwig Mies van der Rohe (1886-1969) im August kamen unter eingeschränkten Corona-Bedingungen bisher 150.000 Menschen in das Museum, wie Jäger sagte. Ohne Pandemie wären nach seinen Angaben etwa eine halbe Million Interessierte möglich gewesen.

Die US-amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger wird in der Halle eine neue Schrift-Installation schaffen, die den gesamten Boden des riesigen Ausstellungsraumes mit Bezügen zu politischen Auseinandersetzungen auf Internetforen bedecken wird (29.4.-28.8.). Von der italienischen Bildhauerin Monica Bonvicini werden in einer Einzelausstellungen neben neuen Produktionen einige ihrer bekanntesten Werken aus den vergangenen Jahrzehnte ihre Auseinandersetzung mit Feminismus und Architektur zeigen (28.10.-2.4.23).

Im März wird die belgische Tanzkompanie Rosas in der gläsernen Halle der Neuen Nationalgalerie mit einer Performance Architektur, Skulptur, Musik und Tanz zusammenbringen. Für September ist ein Projekt der US-Musikerin Solange Knowles angekündigt, das sie mit dem Künstlerduo Gerard & Kelly entwickelt. Die Performance ist in der Ausstellungshalle und auf der angrenzenden Terrassenfläche geplant.

Zum 90. Geburtstag von Gerhard Richter (9.2.) zeigt die Kunstbibliothek in der Neuen Nationalgalerie seine Künstlerbücher in einer großen Überblicksausstellung (10.2.-29.5.). Als Wiederentdeckung eines lange Zeit wenig beachteten Künstlers ist eine Ausstellung mit Arbeiten des Malers Sascha Wiederhold (1904-1962) angekündigt (1.7.-8.1.23).

Von Januar an übernimmt Klaus Biesenbach, bisher Künstlerische Direktor des Museum of Contemporary Art in Los Angeles, die Neue Nationalgalerie und wird auch verantwortlich für das gerade entstehende Museum des 20. Jahrhunderts nebenan.

Zusätzlich zum wie bisher ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt in der Neuen Nationalgalerie künftig auch jeweils an jedem dritten Donnerstag in den frühen Abendstunden frei.

© dpa-infocom GmbH

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