Krisenstabsleiter hält an Corona-Regeln fest

27.01.2022 Die Inzidenz neuer Corona-Infektionen steigt stetig in Brandenburg. Der Co-Leiter der Krisenstäbe würde dennoch zunächst nicht die Corona-Regeln ändern - und sagt, warum.

Michael Ranft spricht während eines Interviews mit der dpa. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Leiter der Corona-Krisenstäbe in Brandenburg, Michael Ranft, lehnt Änderungen der Corona-Regeln zum jetzigen Zeitpunkt ab. «Ich wäre da sehr zurückhaltend, in dieser Situation etwas grundsätzlich zu ändern», sagte der Gesundheitsstaatssekretär der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Wir müssen die Winterferien und Reisezeit abwarten.» Die Haltung der Ministerpräsidentenkonferenz und der Gesundheitsminister sei richtig, die Lage zunächst sorgfältig zu beobachten. Es gebe ein Grundgerüst an Maßnahmen, das sich auch in der fünften Welle bewähren werde.

Die Corona-Infektionszahlen in Brandenburg erreichten am Donnerstag einen neuen Höchststand. Die Zahl neuer Ansteckungen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen war mit 1291,3 im bundesweiten Vergleich am vierthöchsten. Wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts am Donnerstag hervorging, hatten nur die Stadtstaaten Berlin (1863,2), Bremen (1491) und Hamburg (1616,2) höhere Sieben-Tage-Inzidenzen. In Potsdam ist die Inzidenz mit 1820,3 am höchsten, der Landkreis Elbe-Elster hat mit 414,5 weiter die niedrigste. Auch die Zahl gemeldeter Corona-Fälle in Brandenburg erreichte mit 6985 einen neuen Höchstwert.

In die Krankenhäuser kommen zunehmend Corona-Patienten: Die Zahl neuer Patienten mit Covid-19 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen lag am Donnerstag bei 4,15 - vor einer Woche waren es 2,92, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Warnampel zeigt dabei ebenso Gelb wie beim Anteil der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten, der mit 11,4 Prozent zuletzt etwas sank. Er betrug vor einer Woche 13,4. Angesichts dieser Werte ist die 2G-plus-Regel in Gaststätten weiter in Kraft und nicht ausgesetzt. Seit 17. Januar gelten strengere Beschränkungen.

In Brandenburg gibt es einen Krisenstab zur Aufrechterhaltung der Versorgung in Gesundheit und Pflege sowie einen zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und öffentlichen Ordnung. Ranft hat gemeinsam mit Innenstaatssekretär Uwe Schüler und Staatskanzlei-Staatssekretär Benjamin Grimm die Gesamtleitung.

Der Krisenstabsleiter lobte den neuen Berliner Senat für den Willen zu einer engeren Zusammenarbeit mit Brandenburg auch bei der Bekämpfung der Pandemie. «Wir begrüßen sehr von der Regierenden Bürgermeisterin (Franziska) Giffey und der Gesundheitssenatorin (Ulrike) Gote die Bereitschaft, dass wir uns noch stärker mit Berlin abstimmen können», sagte Ranft. «Es ist eine größere Offenheit da. Das Bemühen ist stärker von dem neuen Senat spürbar, sich mit Brandenburg als eine Region zu begreifen.»

Berlins Ex-Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci gehörte der SPD an, Nachfolgerin Gote ist wie Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher Grünen-Politikerin.

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