Berlins Kitas starten eingeschränkten Regelbetrieb

24.01.2022 Wegen der stark gestiegenen Infektionszahlen gehen die Kitas in Berlin zum eingeschränkten Regelbetrieb über. Eltern müssen sich auf kürzere Öffnungszeiten einstellen.

Eine Praktikantin liest in einer Kita Kindern vor. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Illustration © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Kindertagesstätten in Berlin bleiben grundsätzlich offen - seit Montag gilt für sie aber eingeschränkter Regelbetrieb. Die Betreuung in festen Gruppen ist nun verpflichtend. Dadurch sollen Kontakte und damit auch das Ansteckungsrisiko verringert werden. Hintergrund sind die erheblich gestiegenen Corona-Infektionszahlen in der Hauptstadt. Nach Angaben der Familienverwaltung können der Betreuungsumfang und die Öffnungszeiten in den Kitas reduziert werden, wenn sich das Einhalten der neuen Regeln nicht anders organisieren lässt.

Außerdem dürfen Eltern die Kitas nur noch in Ausnahmefälle betreten - zum Bringen und Abholen der Kinder sollen möglichst feste Zeiten vereinbart werden. Zusatzangebote neben der Kita-Betreuung fallen weg. Elternabende in der Kita sollen nach Angaben der Familienverwaltung nur bei unaufschiebbarem Bedarf stattfinden. Den Beschluss zum eingeschränkten Regelbetrieb für die Kitas hat der Berliner Senat bei seiner jüngsten Sitzung am Dienstag gefasst.

Familiensenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) begründete die Entscheidung mit den stark steigenden Inzidenzen durch die Omikron-Variante. Busse wies daraufhin, dass zahlreiche Kitas bereits ganz oder teilweise schließen mussten. Der eingeschränkte Regelbetrieb soll helfen, die Betreuung in den Kitas aufrechtzuerhalten.

Berlins Elternvertreter halten die Entscheidung für richtig: «Die Einschränkung des Regelbetriebs war leider überfällig», sagte die stellvertretende Vorsitzende des Landeselternausschusses Kindertagesstätten Berlin, Anja Kettgen-Hahn, am Montag der Deutschen Presse-Agentur. In den Kitas habe sich ein hohes Infektionsgeschehen abgezeichnet. «Es gibt sehr große Kindertagesstätten, da ist es schon sinnvoll, wenn man versucht, die Gruppen auf 25 Kinder zu beschränken, wie es jetzt umgesetzt werden soll.»

Gleichzeitig sei es gut, dass der Senat anders als im vergangenen Jahr nicht entschieden habe, die Kindertagesstätten zu schließen. «Der Landeselternausschuss begrüßt das ausdrücklich, dass den Kindern ermöglicht wird, weiter an der frühkindlichen Bildung teilzuhaben», sagte Kettgen-Hahn. «Der Preis dafür sind natürlich eingeschränkte Öffnungszeiten in vielen Kindertagesstätten.»

Dass Eltern ihre Kinder an der Eingangstür abgeben, sei auch bisher oft schon so gewesen und aus Sicht der Elternvertreter kein Problem. Und auch für feste Abholzeiten hat Kettgen-Hahn Verständnis. Es sei organisatorisch schwierig, wenn Eltern um eine ganz bestimmte Uhrzeit da sein müssten. «Aber es ist nachvollziehbar, weil es große Häuser gibt über mehrere Etagen. Wenn die Eltern nicht mehr reingehen können, dann muss man die Kinder zu einer bestimmten Uhrzeit nach draußen bringen.» Anders sei das kaum zu machen.

Gleichzeitig sollen in den Kitas Lolli-Tests Standard werden, die als kindgerechter und einfacher zu handhaben gelten als die bisher genutzten Corona-Schnelltests mit Nasenabstrich. Offiziell gilt in den Kitas seit Montag eine Testpflicht für Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr. Weil es bei der Belieferung mit Lolli-Tests zu Verzögerungen gekommen ist, hat der Senat aber eine Übergangsphase bis zum 31. Januar eingeräumt.

Künftig soll es drei Corona-Tests pro Woche geben, jeweils montags und dann an zwei weiteren Tagen, die die Kita festlegt. Vorgesehen ist, dass Eltern ihre Kinder in der Regel vor dem Kitabesuch zu Hause testen und schriftlich bestätigen, dass der Test negativ war.

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