Bereits 255 gefälschte Impfausweise: Kein Kavaliersdelikt

24.12.2021 Mit zunehmendem Druck auf Menschen ohne Corona-Impfung werden Impfpässe immer begehrter. Die Polizei verzeichnet zum Jahresende mehr gefälschte Impfausweise. Apotheken helfen bei Ermittlungen.

Ein Impfbuch liegt auf einem Tisch. Foto: Fabian Sommer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

255 gefälschte Impfausweise hat die Brandenburger Polizei in diesem Jahr bereits festgestellt. Davon konnten nach Angaben des Sprechers des Brandenburger Polizeipräsidiums, Mario Heinemann, mit Stand Donnerstag (23.12.) 181 Fälle aufgeklärt werden - eine Aufklärungsquote von knapp 71 Prozent. «In den weiteren Fällen laufen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen unvermindert fort», teilte der Sprecher am Donnerstag weiter mit. Ermittelt werde unter anderem wegen des Verdachts der Urkundenfälschung oder der Fälschung von Gesundheitszeugnissen. Der Strafrahmen reiche dabei von einer Geldstrafe bis hin zu mehrjähriger Freiheitsstreife. «Wir sprechen also nicht von einem Kavaliersdelikt», betonte Heinemann.

Den Angaben zufolge nahmen die Fälschungen in der zweiten Jahreshälfte zu. Im November wurden mit 119 die meisten gefälschten Impfausweise ermittelt. Im Dezember waren es bislang 36. Der Polizeisprecher wies darauf hin, dass sich die Zahlen noch ändern könnten, da Strafanzeigen erst verspätet erstattet werden. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres gab es demnach noch keinen einzigen Fall.

Im Oktober dieses Jahres hatte sich das Polizeipräsidium an die Landesapothekerkammer gewandt und die Apotheken für Fälschungen sensibilisiert. Das scheine gut zu funktionieren, schätzte Heinemann ein. Die Mehrheit der gemeldeten Fälle sei durch aufmerksames Prüfen der Apotheken entdeckt worden. Meist wollten Inhaber solcher Ausweise ein digitales Impfzertifikat erhalten. Das Altersspektrum der Tatverdächtigen reiche vom Jugend- bis hin zum Rentenalter.

Für Impfgegner könnte das Angebot im Internet verlockend klingen: Dort werden gefälschte Impfausweise mit Kaufpreisen von 100 bis 200 Euro angeboten. Auch der Handel im Netz sei Gegenstand von Ermittlungen, erklärte Heinemann. Details nannte er mit Verweis auf ermittlungstaktische Gründe nicht.

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