Bei Personalnot könnten Soldaten in Krankenhäusern helfen

07.01.2022 Im Fall deutlich steigender Corona-Infektionszahlen und starker Personalausfälle könnten in Berliner Krankenhäusern gegebenenfalls Bundeswehrsoldaten eingesetzt werden. Wie der «Tagesspiegel» (online, Donnerstag) berichtete, gibt es bei Berliner Klinikleitern entsprechende Überlegungen. Das gilt etwa für die landeseigenen Vivantes-Kliniken. «Trotz 22 Monaten Coronakrise geben unsere Beschäftigten auch in dieser Welle alles. Im absoluten Ernstfall aber werden wir die Bundeswehr als Unterstützung anfordern», sagte der Vivantes-Geschäftsführer, Johannes Danckert, der Zeitung. «Wir haben 2020 mit der Bundeswehr gute Erfahrungen im Aufbau der Notklinik auf dem Messegelände gemacht.»

Bundeswehrsoldaten stehen mit überkreuzten Händen zusammen. Foto: Marcel Kusch/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Laura Hofmann, teilte dazu am Freitag auf Anfrage mit, es sei wichtig, dass sich die Krankenhäuser auf den Ernstfall von hohem Personalausfall in der Omikron-Welle vorbereiteten. «Uns ist bewusst, wie hoch die Belastung gerade der Pflegekräfte ist.» Die Gesundheitsverwaltung sei dazu derzeit mit Vivantes im Gespräch.

«Natürlich prüft und plant die Senatsverwaltung für Gesundheit alle Möglichkeiten der Unterstützung der Kliniken für den Fall von größeren Patientenzahlen bei gleichzeitigem höheren Personalausfall», so die Sprecherin weiter. «Wichtig ist, dass wir gesteuert Unterstützung anfordern. Dabei geht es im Fall Vivantes nicht um Ärztinnen und Ärzte oder Pflegekräfte der Truppe, sondern um technische Unterstützung. Die Bundeswehr kann hier ein guter Partner sein.»

Die ebenfalls landeseigene Universitätsklinik Charité sieht das Problem zunehmender Corona-Fälle beim eigenen Personal ebenfalls, äußerte sich aber auf dpa-Anfrage nicht zum möglichen Einsatz von Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten. «Da das prognostizierte Pandemiegeschehen mit einer hohen Infektionsrate verbunden ist, wird auch die Charité mit krankheits- und quarantänebedingten Ausfällen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in großem Maße rechnen müssen», sagte ein Charité-Sprecher am Freitag. «Damit droht der Charité wie auch anderen Krankenhäusern, dass der Klinikbetrieb von weiteren Einschränkungen betroffen sein kann.»

Derzeit helfen in Berlin knapp 700 Bundeswehrsoldaten bei der Eindämmung der Corona-Pandemie, wie ein Sprecher des Kommandos Territoriale Aufgaben der Bundeswehr am Freitag sagte. Einen offiziellen Antrag auf Amtshilfe für den Einsatz von Soldaten zur Unterstützung von Berliner Krankenhäusern vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Omikron-Variante habe es bisher noch nicht gegeben.

© dpa-infocom GmbH

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