Befragung: Hohe psychische Belastung bei Studierenden

25.01.2022 Die Pandemie stellt viele Menschen vor große Herausforderungen, so auch Studierende. Laut einer Befragung sehen sie an den Hochschulen eine ganze Reihe von Problemen. Auch die Psyche spielt eine große Rolle.

Die Studierenden Daryoush Danaii (r), Vorstand und Pippa Schneider stehen in der Leibniz Universität mit Masken und Abstand zueinander da. Foto: Ole Spata/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Studierende sind in der Corona-Pandemie einer Befragung zufolge hohen psychischen Belastungen ausgesetzt. Rund 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie das laufende Semester bisher psychisch nicht gut absolvieren konnten, wie aus einer am Dienstag in Hannover vorgelegten Befragung des freien Zusammenschlusses von Studentinnenschaften hervorgeht. Demnach nahmen bundesweit vom
20. Dezember bis zum 14. Januar rund 7622 Studierenden an der Online-Befragung teil.

Rund 10 Prozent der Befragten nehmen nach eigener Aussage derzeit ein psychologisches Beratungsangebot in Anspruch, 6 Prozent stehen auf einer Warteliste und 43,5 Prozent sagten explizit, dass sie das Semester psychisch nicht gut absolvieren konnten - sind zusammen rund 60 Prozent. Was letzteres allerdings genau heißt, geht es aus der Befragung nicht hervor.

Fast die Hälfte der Studierenden (48 Prozent) gab an, dass das größte Problem während des Präsenzbetriebs unter Corona-Bedingungen fehlende Raumkapazitäten an den Hochschulen seien. Fast jeder Dritte war der Ansicht, dass die Hygienemaßnahmen wie die Maskenpflicht nicht kontrolliert würden. Die Befragung ist den Angaben zufolge nicht repräsentativ.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie teilten die Studierendenvertreter mit, dass einheitliche Regeln an den Hochschulen in Niedersachsen wünschenswert wären. Zudem bedürfe es weiterer finanzieller Hilfen für die Studenten - viele hätten in der Pandemie einen Kredit aufgenommen, der in den kommenden Jahren abgezahlt werden müsse.

Die Corona-Einschränkungen an den Hochschulen sind derzeit sehr unterschiedlich im Bundesland. Dies hängt etwa damit zusammen, für welche Fächer Präsenz notwendig ist und für welche eher verzichtbar. Wie schon in früheren Zeiten der Corona-Pandemie, wurde die Regelstudienzeit an niedersächsischen Hochschulen um ein Semester verlängert. Dies war nach Angaben des Wissenschaftsministeriums bereits in den vergangenen drei Semestern der Fall. Davon sollen etwa junge Leute profitieren, die Bafög beziehen.

Das Ministerium teilte auf Anfrage mit, dass die Abnahme von Prüfungen vor dem Hintergrund der rasant steigenden Corona-Fallzahlen mit der Omikron-Variante auch in diesem Semester erneut herausfordernd werden könnte. Der Lehr- und Forschungsebetrieb soll demnach unter den 3G-Bedingungen fortgeführt werden. Eine Impfung oder Genesung ist somit keine zwingende Voraussetzung, Hochschulen können allerdings strengere Regeln erlassen.

In dieser Woche soll im Landtag über die Novelle des Hochschulgesetzes abgestimmt werden. Der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Göttingen sieht diese Gesetzesänderung kritisch. Er befürchtet eine Gefährdung für die Demokratie an Hochschulen. Demnach sehe der Entwurf vor, dass die Universitätspräsidien einige Rechten und Pflichten, die bisher beim Wissenschaftsministerium lägen, übertragen bekommen. Pippa Schneider, Vorsitzende des Ausschusses, forderte, dass es künftig verpflichtend an einer Hochschule einen studentischen Vizepräsidenten geben sollte.

© dpa-infocom GmbH

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