Prozess um verhinderten Panzerknacker in München

25.01.2022 Verletzte SEK-Beamte, beschädigte Polizeifahrzeuge, ein niedergeschossener Krimineller - der gescheiterte Versuch einer Geldautomatensprengung machte im Herbst 2018 Schlagzeilen. Jetzt steht einer der Männer vor Gericht.

Ein gesprengter Geldautomat. Foto: Matthias Balk/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess um eine gescheiterte Geldautomatensprengung bei München kann der Angeklagte auf ein vergleichsweise mildes Urteil hoffen. Weil er die Vorwürfe der Anklage über seine Verteidigerin am Dienstag «vollumfänglich» einräumte, ließ das Landgericht München II sich auf einen sogenannten Deal ein. Demnach droht dem Mann eine Freiheitsstrafe zwischen vier Jahren und sechs Monaten und vier Jahren und elf Monaten. Das Urteil könnte schon an diesem Freitag gesprochen werden.

Der gescheiterte Versuch der Sprengung in Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck) machte im Herbst 2018 Schlagzeilen. Einer der beiden verhinderten Panzerknacker wurde von Polizeischüssen verletzt, festgenommen und inzwischen schon verurteilt: Bei dem nun Angeklagten handelt es sich um einen weiteren, lange flüchtigen Täter.

Wie auch der Verurteilte soll er zu einer größeren Bande gehört haben, die für mehrere versuchte und vollzogene Geldautomaten-Sprengungen unter anderem in München und Umgebung verantwortlich war. Auch andere Mitglieder der Bande wurden schon zu Haftstrafen verurteilt. Nach seiner Festnahme im Dezember 2020 war der Niederländer nach Bayern gebracht worden, wo ihm nun der Prozess gemacht wird.

Anders als im Fall aus Germering geht bei Fällen von gesprengten Geldautomaten die Erfolgsquote aus Sicht von Ermittlern nach oben - auch wenn es eine Corona-Delle gibt. In Bayern sind nach Angaben des Landeskriminalamtes (LKA) im vergangenen Jahr 14 Geldautomaten gesprengt worden. In vier dieser Fälle machten die Täter zwar keine Beute - in den zehn erfolgreichen erbeuteten sie allerdings zusammen rund eine Million Euro.

Insgesamt listet das LKA in München für 2021 nach vorläufigen Zahlen 17 Gesamttaten auf - darunter fallen drei Fälle, in denen es beim Versuch der Sprengung blieb. Im Vorjahr 2020 waren es noch 1,8 erbeutete Millionen aus 15 vollendeten Sprengungen und 24 Gesamttaten. «Der Rückgang in 2021 ist vermutlich auf die «Nebenerscheinungen» der Corona-Pandemie zurückzuführen», sagte ein LKA-Sprecher.

«Wir sehen hier eine deutlich Professionalisierung der Täter, was an der gestiegenen «Erfolgsquote» und Beutesumme abzulesen ist», teilte das LKA mit. 2019 wurden mit der Sprengung von Geldautomaten rund 900.000 Euro erbeutet, 2018 waren es etwa 600.000 Euro. 2018 waren laut LKA nur 4 der insgesamt 23 Taten erfolgreich, 2021 dagegen schon 10 von 17.

Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) in Wiesbaden gab es 2020 bundesweit 414 Fälle von Geldautomatensprengungen. In mehr als 60 Prozent dieser Fälle bleib es allerdings beim Versuch. Das BKA geht von einem Beuteschaden von 17,1 Millionen Euro und 168 Tatverdächtigen für das Jahr aus. Rund zwei Drittel dieser mutmaßlichen Täter seien aus den Niederlanden.

© dpa-infocom GmbH

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