Nachmeldung: Inzidenz in Starnberg explodiert

28.01.2022 Die Omikron-Welle lässt die Corona-Fall-Zahlen explodieren. Die Behörden kommen bei der Kontaktverfolgung und der Meldung nicht mehr nach. Die Zahlen schlagen deshalb mancherorts Purzelbäume.

Ein Mann träufelt eine Lösung auf eine Testkassette für einen Schnelltest. Foto: Zacharie Scheurer/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Massive Nachmeldungen von Corona-Infektionen haben die offizielle Inzidenz für den oberbayerischen Landkreis Starnberg so hoch steigen lassen wie nirgends anders in Bayern. Der Wert von 2302,9 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche, den das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag meldete, ist allerdings möglicherweise nach oben verzerrt. Bayernweit lag die Inzidenz bei 1218, bundesweit bei 1073.

Nachdem im Landkreis Starnberg ab dem 15. Januar fast immer nur Zahlen von unter 100 Infektionen pro Tag gemeldet worden waren, schnellte am 26. Januar der vom RKI für den Vortag ausgewiesene Wert plötzlich auf über 1500 Meldungen. Der Grund seien Nachmeldungen gewesen. Man sei nicht mehr nachgekommen, hieß es vom Landratsamt. Medien hatten darüber berichtet.

«Wir sind ziemlich in Verzug gewesen mit der Eingabe von Fällen», sagte Sprecher Christian Kröck am Freitag. Die Eingabe von Fällen sei häufig ein sehr großer Aufwand. Eine Meldung dauere bis zu fünf Minuten. Mit neuen technischen Abläufen gehe es nun schneller. «Wir können jetzt mehr nachmelden.»

Auch am Donnerstag und Freitag wurden noch hohe Zahlen gemeldet, am Freitag waren es 747 Infektionen - vermutlich waren auch hier noch ältere Fälle dabei. «Dadurch, dass wir so enorm viele Fälle haben, sind wir ausgelastet», so Kröck.

Die verzögerte Meldung sorgt für verzerrte Werte bei der Sieben-Tage-Inzidenz: Zuerst war diese zu niedrig, inzwischen ist sie wahrscheinlich zu hoch. Denn die zu spät gemeldeten Fälle werden für die Inzidenz auch länger berücksichtigt, sie fallen damit später aus der Berechnung heraus als das bei pünktlicher Meldung sein sollte.

Die massenhafte Nachmeldung am 25. Januar könnte bis in die nächste Woche hinein in Starnberg für einen verzerrten Wert sorgen. Dies hängt aber auch von der weiteren Entwicklung der Zahlen ab.

Wie Starnberg hatten auch mehrere andere Landratsämter angesichts der explodierenden Fallzahlen mitgeteilt, dass ein telefonischer Kontakt von positiv getesteten Personen personell nicht mehr möglich sei. Deshalb informiere das Gesundheitsamt Betroffene stattdessen per Email über die Quarantänedauer und die Freitestmöglichkeiten, teilte etwa das Landratsamt Weilheim-Schongau am Freitag mit. Menschen mit einem positiven Testergebnis müssten sich in Quarantäne begeben, unabhängig davon, ob es Kontakt mit dem Gesundheitsamt gab, betonte das Landratsamt.

Binnen 24 Stunden verzeichneten Bayerns Gesundheitsämter den RKI-Angaben vom Freitag zufolge 31 775 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie im Zusammenhang mit Corona gezählten Todesfälle im Freistaat stieg um 19 auf 20.410. An zweiter Stelle in Bayern nach Starnberg lag laut RKI der Landkreis Dachau mit einer Inzidenz von 2100,4, Coburg verzeichneten mit 448,2 den niedrigsten Wert.

© dpa-infocom GmbH

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