Mutmaßliche Pädophile erpresst: Angeklagte gestehen Taten

21.01.2022 Über das Internet bahnten mutmaßlich pädophile Männer Sex mit einer Minderjährigen an. Am Treffpunkt wartete jedoch eine vierköpfige Erpresserbande. Jetzt stehen die mutmaßlichen Täter in München vor Gericht - und wollen ihre Taten bereuen.

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand. Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Im Prozess gegen drei Männer und eine Frau, die mutmaßlich pädophile Männer erpresst haben sollen, haben die Angeklagten weitgehende Geständnisse abgelegt. Beim Verfahrensauftakt vor dem Landgericht München I gaben drei der vier Angeklagten am Freitag zu, Männern über Kleinanzeigen Sex mit Minderjährigen angeboten zu haben, um ihnen an einem Treffpunkt mit Drohungen Geld und Schmuck abzunehmen. Lediglich ein Angeklagter schwieg.

Die Anklage lautet auf schwere und besonders schwere räuberische Erpressung. Bei den Treffen im August 2020 wurden die drei Opfer laut Staatsanwaltschaft insgesamt um mehr als 12.000 Euro gebracht. In allen drei Fällen habe die 24-jährige Frau die Männer in Empfang genommen, dann hätten die zwischen 23 und 31 Jahre alten Angeklagten die Einschüchterung übernommen - mit dabei hatten sie demnach ein Küchenmesser und eine Schreckschusspistole.

Über ihre Verteidiger räumten die Angeklagten auch ein, den Interessenten Schläge verpasst zu haben. Der 23-jährige Angeklagte sagte aus, er habe mitgemacht, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Er bedaure die Tat und wolle sich dafür entschuldigen. Allerdings bestritt er Vorwürfe, nach denen er und seine Komplizen in einem Fall zudem mit einem Einsatz der Motorradgang Hells Angels gedroht hätten. Der Mann, den sie erpressten, habe kooperiert, weil er sich wegen des geplanten illegalen Beischlafs mit einer Jugendlichen «nicht ganz unschuldig» gefühlt habe.

Die 24-jährige Angeklagte ließ ihren Verteidiger erklären, die Tat passe «zu ihrem chaotischen Leben». Auch sie habe mit der Beute Alkohol und Drogen bezahlen wollen. Die mutmaßlichen Komplizen hätten von ihr als Frau erwartet, dass sie «als Lockvogel fungiert». Gemeinsam mit ihrem mitangeklagten Lebensgefährten habe sie Annoncen im Internet verfasst, auf die sich die späteren Opfer meldeten. Der Tatplan sei gewesen, den Männern mit der Polizei zu drohen. Über den Einsatz von Waffen sei zuvor jedoch nicht gesprochen worden. Für das Verfahren sind neun Verhandlungstage angesetzt.

© dpa-infocom GmbH

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