Missbrauchgutachten: Opfer fordern angemessene Entschädigung

27.01.2022 Opfervertreter haben nach der Stellungnahme des Münchner Kardinals Reinhard Marx zum Missbrauchsgutachten die Forderung nach angemessener Entschädigung erneuert. «Was mich empört, ist das elegante Umschiffen der finanziellen Situation Betroffener», sagte Agnes Wich von der Betroffenen-Initiative Süddeutschland, die als Kind von einem katholischen Pfarrer missbraucht wurde.

Die Münchner Betroffenen-Vertreterin Agnes Wich. Foto: Sven Hoppe/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Anliegen auf Entschädigung seien so gut wie nicht aufgegriffen worden. Viele lebten an der Armutsgrenze und müssten ständig schauen «wo die roten Preisschilder sind», sagte Wich. «Täter und Vertuscher sind in der Regel bis an ihr Lebensende bestens versorgt.»

Von Marx' Stellungnahme zeigte Wich sich enttäuscht. Es gebe nichts wesentlich Neues - außer dass der Kirchenrechtler und Vorsitzende des BR-Rundfunkrates, Lorenz Wolf, seine Ämter und Aufgaben ruhen lasse. «Er hat keine andere Wahl», sagte Wich auch mit Blick auf öffentliche Forderungen nach einem Rücktritt Wolfs. «Ich erwarte, dass sich die Verantwortlichen zu ihrer Verantwortungslosigkeit bekennen», sagte Wich weiter. «Man kann es sich nicht mehr erlauben, sich in Hochglanzreden zu ergehen.»

Vor der katholischen Akademie demonstrierte ein Protestbündnis gegen die aus seiner Sicht unzureichende Unterstützung für Missbrauchsbetroffene durch Kirche, Politik, Justiz und Gesellschaft. Erneut war der schlafende Hängemattenbischof als Karnevalsfigur aus Köln zu sehen, der zwischen zwei angebrochenen Kreuzen hängt. Kartons mit leeren Akten stapelten sich davor. Die Aufschriften unter anderem: «Geheim Archiv» und «Brüder im Nebel».

Auf einen in roten Lettern an die Hauswand der Katholische Akademie gesprühten Schriftzug «Kinder Ficker V» hatte diese mit einem daneben aufgehängten QR-Code reagiert, der zu einer Stellungnahme führte: «Wir setzen uns mit dem Thema Missbrauch auseinander.»

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