Impfbereitschaft in Bayern steigt offenbar

18.11.2021 Bei den Corona-Impfungen ist Bayern Schlusslicht in Westdeutschland. Das ist nach Einschätzung von Medizinern eine Hauptursache der rasant steigenden Infektionszahlen. Doch nun zeichnet sich eine Änderung ab.

Eine Arzthelferin impft eine Patentin mit einer Spritze. Foto: Ole Spata/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Angesichts immer neuer Höchstwerte der Corona-Infektionen in Bayern steigt offenbar die Impfbereitschaft unter den Skeptikern. Am Mittwoch ließen sich in Bayern nach Angaben des Gesundheitsministeriums in München 14.600 Menschen erstimpfen, so viele wie seit Wochen nicht. Nach wie vor ist die Nachfrage aber unter den bereits Geimpften sehr viel höher: Insgesamt zählte das Ministerium 95.000 Impfungen - darunter 67.000 Auffrischungen.

Zum Vergleich: Am Mittwoch der vergangenen Woche waren insgesamt 69.000 Impfungen verabreicht worden, am Mittwoch davor 38.000. Gleichzeitig steigen sowohl die Fall- als auch die Todeszahlen weiter. Das Robert Koch-Institut meldete am Donnerstag 19.141 neue Infektionen. Hält der Trend an, wird wahrscheinlich bereits am Freitag die Grenze von einer Million Infektionen in Bayern seit Beginn der Pandemie erreicht. Die Zahl der Corona-Todesfälle stieg um 85 auf 16.810.

Dementsprechend stehen Bayerns Krankenhäuser in der Corona-Pandemie kurz vor einer neuen Höchstzahl an Intensivpatienten. Am Donnerstag lagen 866 Covid-Kranke auf den Intensivstationen, wie aus dem Intensivregister hervorgeht. Seit drei Monaten steigt die Zahl der Intensivpatienten kontinuierlich, am vergangenen Samstag waren es 707. Der bisherige Höchststand in Bayern war mit 910 Intensivpatienten kurz vor dem Jahreswechsel erreicht. Anschließend waren die Zahlen nach dem im Dezember verhängten Lockdown jedoch rasch gesunken.

«Weil wir täglich mehr Intensivbetten für Patienten mit Covid-Infektionen benötigen, müssen wir immer mehr Operationssäle schließen und können die Behandlung anderer Schwerstkranker nur noch mit Mühe gewährleisten», sagte Markus Lerch, Leiter des Klinikums der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, der Online-Ausgabe des «Münchner Merkur».

Man werde die Patienten am LMU-Klinikum weiter versorgen können, aber möglicherweise nicht mit den gewohnten Qualitätsstandards. «Wenn es ganz schlimm kommt, wird die Behandlung mehr einer Lazarettversorgung unter Feindbeschuss gleichen als den Standards eines Supramaximalversorgers.»

© dpa-infocom GmbH

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