Günstigere Kfz-Regionalklassen für viele Bayern

26.08.2021 In Großstädten und in Teilen Bayerns verursachen die Autofahrer die meisten Schäden. Die Versicherungswirtschaft hat jetzt die neuen Regionalklassen veröffentlicht - und da kann mancher doch auf günstigere Prämien hoffen.

Autos stehen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gute Nachrichten für 1,3 Millionen Autofahrer in Bayern: Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung werden 18 der 97 bayerischen Zulassungsbezirke ab sofort besser eingestuft, darunter Passau, Neu-Ulm, Traunstein und das Würzburger Land. Dagegen haben die Autofahrer im Ostallgäu und in elf weiteren Bezirken mehr Schäden verursacht: Sie werden vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) jetzt in eine schlechtere Regionalklasse herabgestuft. Das betrifft 680.000 Autofahrer, wie der GDV am Donnerstag mitteilte.

Der GDV errechnet jedes Jahr die Schadenbilanzen der 413 deutschen Zulassungsbezirke und teilt sie in zwölf Regionalklassen ein. Wo es häufiger gekracht hat und die Versicherer mehr zahlen mussten, dürften in der Folge die Beiträge steigen.

«Hohe Regionalklassen gelten insbesondere in Großstädten sowie in Teilen Bayerns», teilte der Verband mit. Die schlechteste Schadenbilanz in Bayern hatten die Autofahrer in Ingolstadt. Sie sind in der teuersten Regionalklasse zwölf, ebenso wie München, Augsburg, Kempten, Kaufbeuren, Nürnberg, Fürth und Schwabach.

Die beste Schadenbilanz erreichten Autofahrer in Kronach: Sie sind in der Regionalklasse eins, zusammen mit Coburg-Land und Lichtenfels. Der Halter eines VW Golf zum Beispiel muss bei identischen Versicherungsmerkmalen deshalb in Ingolstadt bis zu 110 Euro mehr zahlen als in Kronach, wie das Vergleichsportal Check24 mitteilte.

Auch in der Kaskoversicherung gibt es ab kommendem Januar einige Änderungen: Rund 530.000 Versicherte rutschen in eine höhere Klasse, 280.000 profitieren von einer niedrigeren Klasse.

Im bundesweiten Vergleich sind die sichersten Autofahrer im Norden daheim: In Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern waren die Schäden besonders gering - in Prignitz in Brandenburg sogar 30 Prozent niedriger als im bundesweiten Durchschnitt. Die schlechteste Schadenbilanz hatte wie schon in den Vorjahren Berlin: «Dort waren die Schäden mehr als ein Drittel höher als im Bundesdurchschnitt», sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Die Regionalstatistik des GDV kann ab sofort für Neuverträge angewendet werden, für bestehende Verträge zur Hauptfälligkeit - in der Regel ab Januar. Der Bundesdurchschnitt entspricht in der Kfz-Haftpflichtversicherung der Regionalklasse sechs. Die durchschnittliche Kfz-Haftpflichtprämie lag 2019 bei 260 Euro. Die Kfz-Versicherer in Deutschland haben 2019 rund 15 Milliarden Euro für Haftpflichtschäden gezahlt und 16,8 Milliarden Euro an Beiträgen eingenommen.

© dpa-infocom GmbH

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