Bildungsverbände: «Laufen lassen» bei Omikron klar benennen

27.01.2022 Angesichts der steigenden Corona-Zahlen haben zwei Bildungsverbände ihrem Unmut über die Staatsregierung und die geltenden Quarantäne-Regularien Luft gemacht. Der Bayerische Philologenverband (bpv) und die Landes-Eltern-Vereinigung für die Gymnasien (LEV) konstatierten am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung, angesichts der starken Überlastung der Gesundheitsämter werde dort bereits jetzt in vielen Fällen keine Kontaktnachverfolgung mehr durchgeführt - schnelle, rechtzeitige Quarantäne-Entscheidungen könnten deshalb nicht mehr garantiert werden. Tatsächlich geraten viele Ämter angesichts der sehr hohen Inzidenzen an ihre Grenzen.

Schwamm und Kreide liegen in einem Klassenraum unter einer Tafel. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der bpv-Vorsitzende Michael Schwägerl forderte deshalb, dass sich die politischen Entscheidungsträger jetzt klar zu ihrem Corona-Kurs äußern sollten: «Wenn angesichts der Omikron-Welle "Laufen lassen" die politische Devise ist, um schneller in den endemischen Zustand zu kommen, dann sollte dies auch so benannt werden», verlangte er.

Tatsächlich können Quarantäne-Entscheidungen nur die Gesundheitsämter treffen und eben nicht die Schulen selbst - auch wenn es offenbar einzelne Fälle gab, in denen dies etwas anders gehandhabt wurde, um schneller reagieren zu können. Das Kultusministerium betonte in einem kürzlich versandten Schreiben allerdings ganz explizit: «Ob bzw. für welche Mitschülerinnen und Mitschüler eine Quarantäne notwendig ist, entscheidet immer das zuständige Gesundheitsamt.» Betroffene würden direkt von dort informiert. Weiter hieß es: «Bis zu einer möglichen Quarantäneanordnung durch das Gesundheitsamt besuchen die übrigen Schülerinnen und Schüler der Klasse weiter den Unterricht.»

Die Corona-Inzidenz gerade bei Kindern und Jugendlichen in Bayern steigt rasant: Am Montag hatte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) etwa für die Altersgruppe sechs bis elf Jahre eine Inzidenz von 2187 gemeldet - das bedeutete mehr als eine Verdoppelung im Vergleich zum eine Woche zuvor ausgewiesenen Wert.

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