Keine Geisterspiele mehr in Bayern: Bis zu 10.000 Fans

25.01.2022 Bayern geht in der Zuschauerfrage in die Offensive - die Geisterspiele haben erstmal ein Ende. Das Kabinett verständigte sich darauf, dass in den Profiligen wieder bis zu 10.000 Fans in die Arenen dürfen. Das ist allerdings an weitere Bedingungen geknüpft.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern, vor Beginn der Online-Kabinettssitzung. Foto: Peter Kneffel/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Fans in Bayern dürfen zurück ins Stadion. Bis zu 10 000 Zuschauer können wieder zu den Begegnungen der Fußball-Bundesliga in die Arenen kommen, die triste Zeit der Geisterspiele ist trotz steigender Corona-Infektionszahlen bis auf weiteres beendet. Damit geht Bayern in der viel diskutierten Fanfrage in die Offensive.

Die Regelung, die das Kabinett am Dienstag beschloss und die am Donnerstag im Kraft tritt, gilt auch für andere Profiligen, wie Eishockey, Handball oder Basketball. Im Basketball spielt der frühere deutsche Serienmeister Brose Bamberg nach eigenen Angaben dank einer Ausnahmegenehmigung bereits an diesem Mittwoch im Derby gegen s.Oliver Würzburg vor bis zu 1500 Zuschauern.

Neben der Obergrenze von 10.000 Zuschauern gelten für die überregionalen Sportveranstaltungen weitere Einschränkungen: Es dürfen maximal 25 Prozent der Kapazitäten und nur Sitzplätze genutzt werden, die Fans müssen geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein (oder eben geboostert) sowie eine FFP2-Maske tragen. Dazu gilt ein Alkoholverbot. In der Fußball-Bundesliga ist an diesem Wochenende spielfrei wegen einer Länderspielpause. Die Clubs haben hier bis zum ersten Februar-Wochenende Zeit, wenn der FC Bayern am 5. Februar gegen RB Leipzig wieder vor Fans auflaufen wird.

Der Freistaat, der Anfang Dezember wieder zu Geisterspielen zurückgekehrt war, wagt sich damit in der Zuschauerfrage vor dem Hintergrund hoher Corona-Zahlen überraschend weit vor. Die Länderchefs hatten sich am Montag darauf verständigt, dass die Staats- und Senatskanzleien bis zum 9. Februar eine einheitliche Regelung für überregionale Großveranstaltungen vereinbaren sollen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte allerdings bereits zuvor angekündigt, dass er notfalls einen Alleingang Bayerns machen würde. Er wies darauf hin, dass in anderen Bundesländern schon bisher teils deutlich mehr Zuschauer erlaubt seien. Begründet werden die Lockerungen trotz massiv steigender Neuinfektionszahlen damit, dass die Omikron-Welle das Gesundheitssystem weit weniger belaste als die Delta-Variante zuvor.

«Wir müssen vernünftige Lösungen für alle Lebensbereiche finden, also auch für den Sport», hatte Oliver Kahn, Vorstandschef beim FC Bayern, am Montagabend erklärt. Bei der SpVgg Greuther Fürth kann erstmals am 12. Februar gegen Hertha BSC wieder vor Publikum gespielt werden. «Das Kleeblatt freut sich sehr auf die zumindest teilweise Rückkehr der Fans in den Sportpark», sagte Geschäftsführer Holger Schwiewagner. «Wir werden mit dem bewährten Hygienekonzept einen sicheren Rahmen schaffen.» Zuletzt hatten die wichtigsten deutschen Profiligen aus Fußball, Handball, Basketball und Eishockey in einem Schreiben an das Kanzleramt und die Ministerpräsidenten ein Ende von Pauschalverboten gefordert.

Beim FC Bayern bedeutet eine leere Allianz Arena rund 3,5 Millionen Euro Verlust pro Heimspiel. Bei anderen Clubs sind die absoluten Zahlen geringer. Doch gerade in Eishockey, Basketball & Co. machen die Zuschauereinnahmen prozentual einen höheren Anteil aus. Kleineren Vereinen gehe der Einnahmenausfall an die wirtschaftliche Substanz, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann nach der Sitzung des Kabinetts.

Durch die Begrenzung in Bayern auf 10.000 Zuschauer kann der FC Bayern mit seiner 75.000 Zuschauer fassenden Allianz Arena nicht die 25 Prozent, was über 18.000 Fans bedeuten würde, ausschöpfen. Beim FC Augsburg (gesamt etwa 30.000 Zuschauer) oder bei der SpVgg Greuther Fürth (rund 16.000) greift die 25-Prozent-Grenze.

Wie bislang in Bayern dürfen in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen derzeit überhaupt keine Fans in die Arenen. Beim 4:1-Sieg des FC Bayern am Wochenende bei Hertha BSC waren dagegen 3000 Zuschauer im Berliner Olympiastadion. Drittliga-Tabellenführer 1. FC Magdeburg spielte am vergangenen Sonntag gegen den TSV Havelse sogar vor 13 385 Zuschauern. Das ließ die Verordnung in Sachsen-Anhalt zu, nach der die Stadien bis zu 50 Prozent gefüllt werden dürfen.

Eine solche 50-Prozent-Grenze gilt nun auch in Bayern - allerdings nur für kleinere, regionale Sportveranstaltungen. Auch hier gelten die 2G-plus-Regelung und FFP2-Maskenpflicht.

© dpa-infocom GmbH

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