Merkel ist für Rülke eine «historisch gescheiterte Gestalt»

08.08.2021 Mit Angela Merkel als Kanzlerin endet bald eine Ära in Deutschland. Keine gute, findet FDP-Fraktionschef Rülke. Er freut sich, dass sie bald weg ist - und setzt Hoffnung in ihren potenziellen Nachfolger.

Hans-Ulrich Rülke (FDP), Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg. Foto: Marijan Murat/dpa/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke lässt zum Ende ihrer 16-jährigen Amtszeit kein gutes Haar an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). «Merkel ist eine historisch gescheiterte Gestalt», sagte Rülke der Deutschen Presse-Agentur in Stuttgart. «Sie hat in der Flüchtlingskrise versagt. Sie hat in der Corona-Krise versagt. Und sie ist nicht dazu in der Lage, in Brüssel die Interessen zu vertreten, die beispielsweise für Baden-Württemberg wichtig sind.» Auf der Habenseite sehe er da nicht viel. «Insofern wäre ich in der Tat froh, wenn sie weg wäre.»

Merkel habe in ihrer Amtszeit auch bewiesen, «dass die FDP mit ihr nicht regieren kann oder sie nicht mit der FDP». Da sei Kanzlerkandidat Armin Laschet ein ganz anderer Typ. «Laschet hat in NRW bewiesen, dass er mit der FDP gut zusammenarbeiten kann und dass er auch bereit und in der Lage ist, dem Koalitionspartner Erfolge zu gönnen», sagte er. «Es ist eine Frage des Vertrauens. Bei Merkel gab es kein Vertrauen. In Laschet gibt es Vertrauen bei der FDP.»

Allerdings attestierte er dem Kanzlerkandidaten der Union Fehler im Wahlkampf. «Wenn man im Katastrophengebiet steht, sollte man schon wissen, dass man beobachtet wird», sagte Rülke etwa mit Blick auf das viel kritisierte Lachen des CDU-Politikers bei einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Flutkatastrophengebiet. Aber Rülke sagte auch: «Wenn sie stundenlang irgendwo sind, kann schon mal irgendwas passieren.» Er selbst sei kürzlich bei einer Beerdigung des Vaters eines Freundes gewesen. «Hinterher haben alle den Freund umarmt. Ich war der Einzige, der ihn nicht umarmt hat, weil ich Angst hatte, dass mich einer fotografiert - vor dem Hintergrund der Corona-Vorschriften.»

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