Diakonie: Alle beim sozialen Wandel teilhaben lassen

24.01.2022 Klimaschutz und Digitalisierung sind nicht zum Nulltarif zu haben - deshalb könnten aus Sicht der Diakonie Baden immer mehr Menschen beim sozialen und ökologischen Wandel abgehängt werden. «Diese Entwicklungen stellen benachteiligte Menschen vor ganz besondere Herausforderungen», sagte Vorstandschef Urs Keller am Montag in Karlsruhe. Die Corona-Pandemie habe deutlich gemacht, wie unterschiedlich die technische Ausstattung und auch die nötigen Kompetenzen dazu verteilt seien.

Blick auf das "Haus der Diakonie". Foto: Uli Deck/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Gerade in ländlichen Räumen hätten Menschen teilweise nicht einmal Internetzugang. Insgesamt brauche es mehr niedrigschwellige Angebote, um gerade älteren und bildungsferneren Menschen die neue Technik nahezubringen. Wie wichtig dies sei, habe sich etwa bei der Online-Vergabe von Corona-Impfterminen gezeigt. Und alleinerziehende seien bei der Bereitstellung von Laptops für das Homeschooling an ihre Grenzen gekommen.

Auch eine ressourcenschonende und gesunde Ernährung darf aus Sicht der Diakonie nicht vom Geldbeutel abhängen. Dafür müssten die Regelsätze bei Hartz IV oder dem von der Ampelkoalition anvisiertem Bürgergeld erhöht und ökologische Landwirtschaft gefördert werden. «Wir müssen alle Menschen dazu befähigen, da mitzuziehen, soll der Wandel auch wirklich gelingen», resümierte Keller.

Ein Bürgergeld dürfe nicht nur ein neue Überschrift sein, sagte Vorstandsmitglied Beatrix Vogt-Wuchter. Es müsse den wachsenden Belastungen der Menschen durch Inflation und höhere Energiepreise Rechnung tragen. Es dürfe nicht mehr passieren, dass Tausenden Haushalten Strom und Warmwasser abgestellt werden.

Die Pläne der Bundesregierung für eine Kindergrundsicherung begrüßt die Diakonie Baden. Vogt-Wuchter: «Kinder sind keine kleinen Arbeitslosen.». Ihre Bedürfnisse seien unabhängig von der Situation ihrer Eltern zu betrachten. Die Diakonie fordert das Land auf, wieder einen Armut- und Reichtumsbericht zu erstellen - als Grundlage für den Kampf gegen Armut. Dem Sozialministerium seien einzelne Aspekte wichtiger als ein Überblick, sagte Vogt-Wuchter: «Wir können das eine tun, aber das andere nicht lassen.» Ende 2015 legte die damalige Sozialministerin Katrin Altpeter (SPD) den letzten umfassenden Bericht vor.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Champions league

FC Liverpool - Real Madrid: Fakten und Kurioses rund um das Champions-League-Finale

Tv & kino

Filmfestival: Endspurt in Cannes: Wer gewinnt die Goldene Palme?

People news

Monarchie: Spaniens König zeigt sich sparsam: 890.000 Euro zurückgelegt

People news

Liedermacher: Kämpferisch, poetisch, ungebärdig: Konstantin Wecker wird 75

Internet news & surftipps

Internet: Hassbeiträge: Auch Betreiber sozialer Netzwerke bestrafen?

Internet news & surftipps

Digitalisierung: Schnelles Internet zu langsam? Ausschüsse fordern mehr Tempo

Internet news & surftipps

USA: SEC-Prüfung, Klagen: Musk wegen Twitter-Einstieg unter Druck

Reise

Tests vor Abreise entfallen: Philippinen lockern Einreisebestimmungen für Touristen

Empfehlungen der Redaktion

Inland

Krisen: Diakonie warnt vor drastischem Armutsanstieg in Deutschland

Regional baden württemberg

Diakonie: Konflikt wird höhere Energiekosten zur Folge haben

Inland

1. Mai: 1. Mai: DGB warnt vor Aufrüstung zulasten des Sozialstaats

Regional bayern

Bedford-Strohm: Pandemie hat die Ökumene gestärkt

Panorama

Armut: Steigende Preise: Tafeln rechnen mit mehr Zulauf

Inland

Soziales: Armuts-Rekord im ersten Corona-Jahr

Inland

Bundesregierung: Wie die Ampel den Sozialstaat reformieren will

Regional baden württemberg

Not der Wohnungslosen steigt in Corona-Pandemie