Israel gedenkt Holocaust-Opfern

28.04.2022 Nicht nur in Israel erinnern Menschen an die Opfer der Nazis im Zweiten Weltkrieg. Bundestagspräsidentin Bas gedenkt in Jerusalem auch einer Jüdin, die früher in ihrer Heimatstadt Duisburg gelebt hat.

Israel hat am Donnerstag der sechs Millionen im Holocaust ermordeten Juden gedacht. Bei Gedenkveranstaltungen waren auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas und Bahnchef Richard Lutz dabei.

Am Vormittag heulten für zwei Minuten landesweit die Sirenen. Autos hielten auf den Straßen, Menschen standen still und gedachten der Toten. Bei einem «Marsch der Lebenden» in Polen erinnerten rund 2000 junge Juden aus verschiedenen Ländern an die Opfer des Holocaust.

Im Parlament in Jerusalem nahm Bas an einer Zeremonie teil, bei der die Namen von Opfern des Holocaust verlesen wurden. Die SPD-Politikerin entzündete eine Kerze im Gedenken an die aus ihrer Heimatstadt Duisburg deportierte Jüdin Irma Nathan, die 1942 von den Nazis ermordet wurde. Lutz legte in der Gedenkstätte Yad Vashem einen Kranz nieder. Israels Holocaust-Gedenktag stand in diesem Jahr unter dem Motto «Zugfahrten in den Untergang: Die Deportation der Juden während des Holocaust».

Mit Zügen ins Verderben

Die Reichsbahn spielte bei der Vernichtung der europäischen Juden eine entscheidende Rolle. Deutsche-Bahn-Chef Lutz sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Unsere Vorgängerorganisation war durch Deportationen wesentlich an der Ermordung von europäischen Juden, Sinti und Roma beteiligt. Millionen von Menschen wurden mit Zügen ins Verderben gebracht.»

In Israel leben nach Behördenangaben mehr als 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs noch 161.400 Holocaust-Überlebende. Wie die Jewish Claims Conference mitteilte, wanderten rund 100 Überlebende seit Kriegsbeginn aus der Ukraine nach Israel ein.

Beim «Marsch der Lebenden» in Polen gingen junge Juden zusammen mit einigen Überlebenden der Schoah den gut 3,2 Kilometer langen Weg von Auschwitz nach Birkenau, dem größten der deutschen Vernichtungslager in der NS-Zeit. Die Gedenkveranstaltung fand nach einer zweijährigen Pause wegen der Corona-Pandemie erstmals wieder statt.

In einer Videobotschaft, die die Claims Conference organisiert hatte, riefen Überlebende aus verschiedenen Ländern zum Gedenken auf. Zugleich war die in 100 Worten von 100 Überlebenden auf Englisch, Hebräisch, Deutsch, Polnisch, Russisch, Ukrainisch und anderen Sprachen vorgetragene Mahnung eine Warnung vor Hass und Gleichgültigkeit.

© dpa

Weitere News

Top News

Sport news

Wimbledon: Maria erreicht zweite Runde - Sextett um Petkovic raus

Gesundheit

Imvanex: EU liefert Affenpocken-Impfstoff aus

Tv & kino

Featured: Last Night in Soho: Die Erklärung zum Mystery-Thriller

Auto news

Update ab Spätherbst: DS7 bekommt neues Design und frische Technik

People news

Leute: Boris Becker klagt gegen Oliver Pocher

Internet news & surftipps

Computer: Chipdesigner Arm will nach Börsengang Autogeschäft ausbauen

Das beste netz deutschlands

Featured: iOS 16: Sperrbildschirm – so richtest Du ihn ein

Tv & kino

Featured: „Squid Game: The Challenge“: Netflix kündigt Squid-Game-Reality-Show der südkoreanischen Erfolgsserie an

Empfehlungen der Redaktion

Ausland

Yad Vashem: Bundestagspräsidentin Bas zu Holocaust-Gedenktag in Israel

Ausland

Yad Vashem: Wüst in Yad Vashem: mehr Unterstützung für jüdisches Leben

Ausland

Krieg in der Ukraine: «Gott entscheidet»: Holocaust-Überlebende bleibt in Kiew

Ausland

Ukraine-Krieg: Israel fordert Entschuldigung für Lawrows Nazi-Vergleich

Inland

Vizekanzler: Habeck in Nahost - Gedicht-Eintrag in Yad-Vashem-Buch

Ausland

Israel-Besuch: Wüst: Erinnern und neue Wirtschaftsbeziehungen knüpfen

Inland

Bundesregierung: Baerbock will neuen Schwung für Nahost-Friedensprozess

Inland

Flucht: Ukrainische Holocaust-Überlebende flüchten nach Deutschland