Trump-Vertrauter Giuliani vor Geschworenenjury

Beeinflussten Donald Trump und sein Lager die US-Wahl 2020? Mit dieser Frage beschäftigen sich unter anderem Strafermittler in Georgia. Auch Trumps ehemaliger Anwalt Rudy Giuliani steht dabei im Fokus.
Der Trump-Vertraute Rudy Giuliani ist das Ziel strafrechtlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit der Wahl 2020. © John Bazemore/AP/dpa

Der Anwalt des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, Rudy Giuliani, ist wegen strafrechtlicher Ermittlungen im Zusammenhang mit der Wahl 2020 vor einer Geschworenenjury im US-Bundesstaat Georgia erschienen. US-Medienberichten zufolge verbrachte er mehr als sechs Stunden in einem Gerichtsgebäude in Atlanta. Dort sei er von einer sogenannten Grand Jury befragt worden. Eine Grand Jury wird eingeschaltet, um Beweise in möglichen Verbrechensfällen zu prüfen und zu entscheiden, ob Anklage erhoben werden soll.

Bei den Ermittlungen geht es um eine mögliche Beeinflussung der Präsidentenwahl 2020 durch Trump und sein Lager. Staatsanwältin Fani Willis in Fulton County in Georgia hatte im vergangenen Jahr eine Untersuchung eingeleitet. Hintergrund ist ein Telefonat zwischen Trump und dem obersten Wahlaufseher in Georgia, Brad Raffensperger.

Trump hatte Raffensperger in dem Gespräch aufgefordert, die fehlenden Stimmen zu «finden», um den knappen Wahlsieg seines Kontrahenten Joe Biden in dem Bundesstaat zu kippen. Mehrere Trump-Verbündete sind aufgefordert, vor einer inzwischen eingesetzten Jury auszusagen. Willis schloss im Juli im Sender NBC nicht aus, auch Ex-Präsident Trump vorzuladen.

Auf TV-Bildern war nun zu sehen, wie Giuliani vor dem Gerichtsgebäude ankam. Zu den Ermittlungen wollte er sich auf Nachfrage nicht äußern. «Wir werden darüber nicht sprechen, bis es vorbei ist», sagte er zur Presse. Es war zunächst unklar, welche Fragen die Grand Jury Giuliani gestellt hat und ob dieser Antworten gegeben hat. Der 78-Jährige habe Stunden später das Gericht in einem Geländewagen durch eine gesicherte Tiefgarage verlassen, berichtete der Sender NBC. Giulianis Anwalt hatte zuvor deutlich gemacht, dass sein Mandant sich auf das Anwaltsgeheimnis berufen werde, sollten ihm Fragen zu seinen Gesprächen mit Trump gestellt werden.

© dpa
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