Ausschuss zu Kapitol-Attacke lädt Trump-Anwalt Giuliani vor

19.01.2022 Die Aufarbeitung der Ereignisse vom 6. Januar 2021 dauert an. Nun muss Rudy Giuliani, der persönliche Anwalt von Ex-Präsident Trump, vor den Untersuchungsausschuss.

Trump-Anwalt Rudy Giuliani ist auch zur Herausgabe von Dokumenten aufgefordert worden. Foto: Robert Bumsted/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Der Untersuchungsausschuss zur Erstürmung des US-Kapitols vor gut einem Jahr will nun auch den Anwalt des damaligen Präsidenten Donald Trump befragen.

Neben Rudy Giuliani wurden zwei weitere Trump-Anwälte namens Jenna Ellis und Sidney Powell sowie Trump-Berater Boris Epshteyn unter Androhung von Strafe zur Aussage vorgeladen, wie der Ausschuss mitteilte. Sie alle seien zudem zur Herausgabe von Dokumenten aufgefordert worden. Zur Begründung hieß es, die Betroffenen «stellten unbelegte Theorien über Wahlbetrug auf, trieben Bemühungen voran, die Wahlergebnisse zu kippen, oder standen in direktem Kontakt mit dem ehemaligen Präsidenten (Trump), um die Auszählung der Wählerstimmen zu verhindern».

Giuliani gehörte als persönlicher Anwalt Trumps zu den treibenden Kräften, die nach der Wahl vom November 2020 unbewiesene Behauptungen über Betrug verbreiteten und eine Bestätigung des Sieges von Joe Biden verhindern wollten. Dutzende Klagen, mit denen das Trump-Lager die Wahlergebnisse anfechten ließ, scheiterten. Trump behauptet trotzdem bis heute, er sei durch Wahlbetrug um den Sieg gebracht worden. Klarer Gewinner der Wahl war der heutige Präsident Joe Biden.

Hunderte Zeugenaussagen

Der Ausschuss hat bereits zahlreiche damalige Berater und Mitarbeiter von Trump vorgeladen oder zur Aussage aufgefordert. Mehrere der Betroffenen weigern sich aber, vor dem von Bidens Demokraten dominierten Gremium zu erscheinen. Wegen Missachtung des Kongresses hat das US-Repräsentantenhaus daher den Weg für strafrechtliche Schritte unter anderem gegen Trumps einstigen Chefstrategen Steve Bannon freigemacht.

Nach Angaben des Ausschusses haben bislang fast 400 Zeugen zu den Ereignissen vom 6. Januar 2021 ausgesagt. Anhänger Trumps hatten damals den US-Kongress erstürmt, um eine offizielle Bestätigung von Bidens Wahlsieg zu verhindern. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben, darunter ein Polizist. Trump musste sich einem Amtsenthebungsverfahren stellen, weil er seine Anhänger in einer Rede aufgestachelt hatte. Die für eine Verurteilung des Republikaners notwendige Mehrheit im Senat kam nicht zustande, weil die meisten seiner Parteifreunde in der Parlamentskammer zu Trump hielten.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Fußball news

Endspiel in Berlin: Leipzig gewinnt DFB-Pokal - Medizinischer Notfall im Stadion

People news

Social Media: Youtuber Bibi und Julian haben sich getrennt

Tv & kino

Schauspielerin: Wenn Tilda Swinton drei Wünsche frei hätte

People news

Ex-Nationalspieler: Uwe Rahn wird 60 - «Habe den Krebs besiegt»

Internet news & surftipps

Brasilien: Musk trifft Bolsonaro: Satelliten-Internet für Amazonas

Auto news

Preis runter, Fahrer munter?: Der Tankrabatt kommt: Was Autofahrer jetzt wissen müssen

Handy ratgeber & tests

Featured: iOS 15.6: Alle Infos zum iPhone-Update

Reise

Bundesrat macht Weg frei: 9-Euro-Tickets für Busse und Bahnen kommen zum 1. Juni

Empfehlungen der Redaktion

Ausland

USA: Kapitol-Gremium will Ex-Berater Trumps vor Gericht bringen

Ausland

Kapitol-Angriff: US-Parlament für Strafverfolgung von Trumps Ex-Beratern

Ausland

USA: Gremium zur Kapitol-Attacke lädt Trumps Ex-Berater vor

Ausland

Untersuchungen: Kapitol-Angriff - Schlappe für Trump vor Gericht

Ausland

Attacke auf US-Kapitol: Trump kassiert Niederlage im Streit um Dokumenten-Herausgabe

Ausland

USA: Kapitol-Attacke: Republikaner McCarthy will nicht aussagen

Ausland

Untersuchungssausschuss: Kapitol-Sturm: Gremium will Aussage von Trump-Vertrautem

Ausland

USA: Attacke auf Kapitol: Gerichtliche Niederlage für Trump