Spezialoperation in Ostukraine? Moskau weist Vorwurf zurück

15.01.2022 Schwere Vorwürfe aus Washington: Russland plant demnach, «eine Operation unter falscher Flagge im Osten der Ukraine durchzuführen». Moskau widerspricht vehement.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Foto: Andrew Harnik/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Russland hat Vorwürfe der USA als «haltlos» zurückgewiesen, dass mutmaßlich eigene Agenten eine Spezialoperation im Osten der Ukraine planten.

Die US-Regierung hatte Russland zuvor vorgeworfen, einen Vorwand für einen möglichen Einmarsch in die Ukraine zu schaffen. Wie so oft würden von US-Seite vermeintliche Sensationsnachrichten gestreut, ohne dass es dafür eine Grundlage gebe, teilte die russische Botschaft in Washington am Samstag mit. «Wie üblich werden keine Beweise vorgelegt.»

«Wir haben Informationen, die darauf hindeuten, dass Russland bereits eine Gruppe von Agenten aufgestellt hat, um eine Operation unter falscher Flagge im Osten der Ukraine durchzuführen», sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag. Die Informationen deuteten darauf hin, dass diese außerdem damit beginnen würden, in Medien «Provokationen zu fabrizieren», um eine russische Intervention zu rechtfertigen und Spaltungen in der Ukraine zu säen.

Grundlage für den Einmarsch im Donbass?

Nach US-Angaben könnten die von Russland in die Spur gesetzten Agenten unter ukrainischer Flagge gegen prorussische Separatisten in der Ostukraine vorgehen, damit dann wiederum Moskau einen Grund hätte, in der Konfliktregion Donbass einzumarschieren. Russland warnt immer wieder vor einem Angriff von ukrainischer Seite auf die moskautreuen Kräfte in dem Gebiet.

Die russische Botschaft forderte die US-Seite auf, den «Informationsdruck» zu beenden und zu sachlicher Arbeit überzugehen. «Russland ist gegen Krieg. Wir sind für eine diplomatische Lösung aller internationalen Probleme.»

Die Spannungen im Ukraine-Konflikt hatten zuletzt stark zugenommen. Der Westen kritisiert einen russischen Truppenaufmarsch in der Nähe der ukrainischen Grenze und befürchtet einen möglichen Überfall. Diese Woche gab es auch deshalb auf verschiedenen Ebenen Gespräche. Erstmals seit zweieinhalb Jahren berieten die 30 Nato-Staaten und Russland wieder miteinander. Darüber hinaus gab es eine Sitzung der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Bereits zum Wochenauftakt hatten sich Vertreter Russlands und der USA in Genf getroffen. Greifbare Ergebnisse gab es nicht.

© dpa-infocom GmbH

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