Kerry: Klimakrise wird nicht verschwinden

26.05.2022 John Kerry, Klimabeauftragter der USA, appelliert beim G7-Treffen an die Länder, im Kampf gegen die Klimakrise die Wissenschaft zu beherzigen.

Anstrengungen zur Umstellung auf Unabhängigkeit, auf erneuerbare, alternative Energie beschleunigen: John Kerry. © Kay Nietfeld/dpa

Der US-Klimabeauftragte John Kerry hat davor gewarnt, die Klimakrise wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine aus dem Blick zu verlieren.

Der Krieg und seine Auswirkungen bestimmten den Alltag, sagte Kerry in Berlin, wo die Minister für Energie und Klima der sieben großen Industrienationen (G7) zusammenkamen. «Aber die Klimakrise wird nicht verschwinden und es ist absolut entscheidend, dass wir die Wissenschaft beherzigen, die uns vorschreibt, dass wir unsere Anstrengungen zur Umstellung auf Unabhängigkeit, auf erneuerbare, alternative Energie beschleunigen müssen.» 

Kerry warnte auch vor falschen Schlüssen aus dem Ukraine-Krieg, infolgedessen die westlichen Staaten ihre Abhängigkeit von russischer Energie reduzieren wollen. Man dürfe nicht der «falschen Erzählung» verfallen, dass es wegen der Ukraine nun eine Entschuldigung dafür gebe, eine ganz neue Generation fossiler Infrastruktur zu bauen. Voraussetzung müsse sein, dass Maßnahmen zur Eindämmung von Emissionen ergriffen würden, alles andere wäre «katastrophal».

Ukraine-Krieg erhöht Druck auf Klimaziel

Nach Ansricht von Bundeskanzler Olaf Scholz aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine seine Klimaziele noch entschlossener verfolgen. Das Vorhaben, bis 2045 CO2-neutral zu werden, habe durch den Krieg von Russlands Präsident Wladimir Putin ««noch an Bedeutung gewonnen», sagte Scholz zum Abschluss des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz. «"Jetzt erst recht!" lautet deshalb die Devise.» Der russische Krieg sei zwar nicht «alleiniger Auslöser der Zeitenwende», erhöhe aber den Handlungsdruck. Würden die Pariser Klimaziele verfehlt, steuere die Welt auf eine Katastrophe zu.

Um weiteres Wirtschaftswachstum zu ermöglichen, müssten die klassischen Industrieländer in die Entwicklung neuer Technologien investieren, die dann weltweit genutzt werden könnten, sagte Scholz. «Es werden die Länder des globalen Südens in Asien, in Afrika, im Süden Amerikas den gleichen Wohlstand wollen. Und das ist auch richtig so. Deswegen müssen wir die Technologien entwickeln, in denen genau dieses Wachstum jetzt stattfinden kann, ohne dass wir auf diesem Planeten nicht mehr gut leben können, weil wir die Luft verbrauchen, die wir zum Atmen brauchen.»

Die G7-Klima- und Energieminister beraten auf Einladung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke und Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (beide Grüne) bis Freitag über Maßnahmen zur Bekämpfung von Klima- und Umweltkrisen. Deutschland, Frankreich, Italien, Japan, Kanada, die USA und Großbritannien, gehören zu der Staatengruppe, Deutschland führt derzeit den Vorsitz.

© dpa

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