UN fordern «ungehinderten Zugang» zu Akw in Saporischschja

Der Zugang zum Kernkraftwerk Saporischschja bleibt Streitthema zwischen Russland, der Ukraine und den Vereinten Nationen. Derweil bleiben die Sorgen wegen immer wieder neuer Kämpfe an der Anlage.
Ein russischer Soldat steht auf dem Gelände des Kernkraftwerks Saporischschja. © Uncredited/AP/dpa

Die Vereinten Nationen haben von Russland und Kiew erneut Grünes Licht für eine Experten-Mission zum umkämpften Kernkraftwerk Saporischschja angemahnt. «Wir fordern die Parteien erneut auf, der Mission (der Internationalen Atomenergiebehörde) IAEA sofortigen, sicheren und ungehinderten Zugang zum Standort zu gewähren», sagte die UN-Beauftragte für politische Angelegenheiten, Rosemary DiCarlo, am Dienstag bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York. Sie betonte, dass die IAEA ihre Anfrage für eine entsprechende Operation am Dienstag erneuert habe.

Die prinzipiell von allen Seiten unterstützte IAEA-Mission scheitert bislang an der Streitfrage, ob die Experten über russisch kontrolliertes Territorium oder - was völkerrechtlich korrekt wäre - ukrainisches Gebiet anreisen. Schon vor zwei Wochen hatte das russische Außenministerium den Vorwurf erhoben, eine Einigung sei durch Einspruch der UN-Führung verhindert worden. Am Dienstag kritisierte eine Ministeriumssprecherin die UN erneut und sprach von einem «falschem Spiel des Sekretariats der Vereinten Nationen».

DiCarlo sagte weiter, dass die Vorbereitungen für eine Experten-Mission aus einem Gebiet unter ukrainischer Kontrolle zum russisch besetztem AKW andauerten, Kiew und Mokau aber zustimmen müssten. Unterdessen gehe die Deeskalation um Saporischschja mit «fast täglichen Meldungen über alarmierende Vorfälle im Werk» weiter. Jeder Angriff auf die Anlage sei wegen der immensen atomaren Gefahr «selbstmörderisch».

Russland und die Ukraine werfen sich gegenseitig den Beschuss des AKW vor. Moskaus UN-Botschafter Wassili Nebensja sagte am Dienstag vor dem Sicherheitsrat, Russland habe einen Brief mit Fotos als Beweismaterial an die wichtigsten UN-Gremien weitergeleitet. «Wir haben eine ganze Reihe solcher fotografischer Beweise, die heute Morgen als offizielles Dokument innerhalb dieses Sicherheitsrates und der Generalversammlung verbreitet wurden». Das Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, enthält zwölf Fotos, die das Kraftwerk angeblich nach dem Beschuss am 20. August zeigen sollen.

Die Ukraine wies den Vorwurf derweil zurück. «Niemand, der wenigstens halbwegs bei Sinnen ist, kann sich vorstellen, dass die Ukraine ein Kernkraftwerk angreifen würde, bei dem ein enormes Risiko einer nuklearen Katastrophe besteht und das auf ihrem eigenen Territorium liegt», sagte der ukrainische Botschafter Serhij Kislizia. Russland mache die Frage nach atomarer Sicherheit zu einer «Farce, einem Zirkus».

© dpa
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