Amnesty: Tote Zivilisten durch Streumunition in Charkiw

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft Russland vor, wiederholt Streumunition in Wohngebieten eingesetzt zu haben. In den meisten Ländern der Welt ist diese Art von Bomben verboten.
Streubomben sind in den meisten Ländern der Welt geächtet. © Carol Guzy/ZUMA Press Wire/dpa

Russische Truppen haben nach Recherchen von Amnesty International durch den Einsatz von Streumunition zahlreiche Zivilisten im ostukrainischen Gebiet Charkiw getötet.

«In Charkiw wurden Menschen in ihren Häusern und auf der Straße getötet, während sie mit ihren Kindern Spielplätze besuchten, auf Friedhöfen ihrer Angehörigen gedachten, beim Anstehen für Hilfslieferungen oder beim Einkaufen», berichtete Janine Uhlmannsiek vom deutschen Ableger von Amnesty International unter Verweis auf einen neuen Bericht mit dem Titel «Anyone can die at any time».

Die Menschenrechtsorganisation warf Russland vor, seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine wiederholt Streumunition und ungelenkte Raketen auf Wohngebiete und Spielplätze eingesetzt zu haben. Die Verantwortlichen für diese Angriffe müssten vor Gericht gestellt und die Verletzten sowie die Angehörigen der Opfer entschädigt werden, forderte Uhlmannsiek. Als Streumunition werden Raketen oder Bomben bezeichnet, die noch in der Luft über dem Ziel zerbersten und eine Vielzahl kleiner Sprengkörper freisetzen.

Ukrainische Truppen greifen aus Wohngegenden an

Umgekehrt führten laut Amnesty ukrainische Truppen häufig Angriffe aus Wohngegenden heraus durch, was das Leben der dortigen Zivilisten aufs Spiel setze. «Dies verstößt gegen das humanitäre Völkerrecht, rechtfertigt jedoch keineswegs die wiederholten unterschiedslosen Angriffe durch russische Truppen», teilte die Menschenrechtsorganisation mit.

Der Leiter der medizinischen Abteilung der militärischen Regionalverwaltung in Charkiw habe Amnesty International berichtet, dass in der Region seit Kriegsbeginn 606 Zivilpersonen getötet und 1248 verletzt worden seien. Die meisten der von Amnesty International untersuchten Angriffe hätten zu zahlreichen Todesopfern in einem jeweils großen Radius geführt.

Streubomben sind in den meisten Ländern der Welt geächtet. Mehr als hundert Staaten gehören bereits einem 2010 in Kraft getretenen Übereinkommen gegen Streumunition an, darunter Deutschland. Russland und die Ukraine haben das Übereinkommen jedoch nicht unterzeichnet.

© dpa
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