Games Music Hörbücher Gymondo MyTone Alle Services
vodafone.de

Trudeau entschuldigt sich für Nazi-Skandal im Parlament

Die Würdigung eines ukrainischen SS-Mannes sorgte im kanadischen Parlament für einen Eklat. Der Premier zeigt sich nun «tief beschämt» - sieht die Verantwortung aber alleine beim Parlamentspräsidenten.
Justin Trudeau
Kanadas Premierminister Justin Trudeau bedauert den Eklat um einen SS-Veteranen nach eigenen Worten zutiefst. © Sean Kilpatrick/Canadian Press via ZUMA Press/dpa

Nach der Würdigung eines ehemaligen Soldaten der Waffen-SS im kanadischen Parlament hat Premierminister Justin Trudeau um Verzeihung gebeten. «Es war eine schreckliche Verletzung des Andenkens an die Millionen von Menschen, die im Holocaust umgekommen sind», sagte der Regierungschef. «Es war ein Fehler, der das Parlament und Kanada tief beschämt hat.»

Parlamentspräsident Anthony Rota hatte am Freitag vergangener Woche beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Unterhaus einen SS-Veteranen geehrt. Er nannte den 98-jährigen ukrainischen Immigranten Jaroslaw Hunka einen «ukrainisch-kanadischen Kriegsveteranen», der für die Unabhängigkeit der Ukraine gegen Russland gekämpft habe. Hunka war in der Kammer anwesend und erhielt tosenden Applaus.

Allerdings ließ Rota unerwähnt, dass Hunka nach Angaben der Organisation Friends of Simon Wiesenthal Center (FSWC) während des Zweiten Weltkrieges in einer Einheit der Waffen-SS gedient hatte. Die SS, die nach Kriegsende bei den Nürnberger Prozessen als verbrecherische Organisation eingestuft wurde, hatte in vielen besetzten Ländern nationale Verbände, die an Kriegsverbrechen beteiligt waren.

Parlamentspräsident tritt nach Eklat zurück

«Wir alle, die am Freitag im Parlament waren, bedauern zutiefst, uns erhoben und applaudiert zu haben, auch wenn wir die Hintergründe nicht kannten», sagte Trudeau. Für die Einladung und Ehrung des SS-Veteranen sei allein Rota verantwortlich gewesen. Nach harscher Kritik von Abgeordneten und Regierungsmitgliedern war der Parlamentspräsident am Dienstag zurückgetreten.

Trudeau entschuldigte sich auch dafür, in welche Lage Selenskyj durch den Vorfall gebracht worden war. «Es ist sehr beunruhigend, dass dieser Fehler von Russland und seinen Unterstützern genutzt wird, um falsche Propaganda darüber zu verbreiten, für was die Ukraine kämpft», sagte Trudeau. Zur Rechtfertigung seines seit 19 Monaten laufenden Angriffskrieges versucht Russland immer wieder, die ukrainische Regierung als «neonazistisch» darzustellen.

© dpa
Das könnte Dich auch interessieren
Empfehlungen der Redaktion
Beyoncé
Musik news
Beyoncé toppt die Country-Charts - und schreibt Geschichte
Der Meister und Margarita
Tv & kino
Kremltreue Patrioten entsetzt über Bulgakow-Film
In Her Car
Tv & kino
«In Her Car»: Der Ukraine-Krieg als Fernsehserie
1&1
Internet news & surftipps
Streit über Mobilfunk-Frequenzen
Sprache
Internet news & surftipps
KI als Dolmetscher: Müssen wir nie mehr eine Sprache lernen?
Xiaomi 14 Ultra: Dann soll das Handy erscheinen, das soll es können
Handy ratgeber & tests
Xiaomi 14 Ultra: Dann soll das Handy erscheinen, das soll es können
Thomas Tuchel
Fußball news
FC Bayern und Tuchel trennen sich im Sommer
Warten am Flughafen
Reise
Airline nur über offizielle Website kontaktieren