US-Militär tötet IS-Anführer in Somalia

US-Streitkräfte haben in Somalia den IS-Anführer Bilal al-Sudani getötet. Er soll eine der zentralen Figuren der Gruppe in Afrika gewesen sein. Der Kontinent ist längst das neue Epizentrum für Dschihadisten.
US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zufolge hatte Bilal Al-Sudani eine entscheidende Rolle bei der Förderung der verschiedenen IS-Ableger auf dem afrikanischen Kontinent. © Boris Roessler/dpa

In Somalia haben US-Streitkräfte eine der mutmaßlich zentralen Figuren der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Afrika getötet, Bilal Al-Sudani. Bei dem Einsatz im Norden des Landes seien etwa zehn weitere Extremisten getötet worden, teilte das Weiße Haus mit. Al-Sudani sei ein «Schlüsselakteur und Vermittler für das globale Netzwerk» des IS gewesen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin zufolge hatte al-Sudani eine entscheidende Rolle bei der Förderung der verschiedenen IS-Ableger auf dem afrikanischen Kontinent. Zudem sei er in Afghanistan aktiv gewesen. Zuvor habe er der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab angehört. Die US-Regierung gab keine konkreten Details zur Art des Einsatzes bekannt.

USA: Gefangennahme nicht möglich

US-amerikanische Soldaten oder Zivilisten seien bei der Operation nicht getötet oder schwer verwundet worden, hieß es. Eigentlich sei das Ziel gewesen al-Sudani gefangen zu nehmen. Dies sei aber schließlich auch wegen der «Reaktion der feindlichen Kräfte» nicht möglich gewesen. Der Einsatz selbst sei im Vorfeld von den US-Streitkräften ausgiebig geprobt worden.

Bereits seit 2012 hatten die USA al-Sudani aufgrund seiner terroristischen Aktivitäten auf dem Radar. Aus dem Weißen Haus hieß es, er habe damals noch für die ebenfalls in Somalia tätige Terrormiliz Al-Shabaab Kämpfer angeworben. Im vergangenen Jahr brachten ihn die Behörden in Verbindung mit einem südafrikanischen IS-Anhänger mit dem er gemeinsam die Anwerbung von Kämpfern organisiert und die Ausbildung in IS-Terrorcamps finanziert habe. Über das Alter oder die Nationalität al-Sudanis ist nichts bekannt.

Mehr IS-Anschläge in Nigeria als im Irak

Nachdem der sogenannte Islamische Staat sein Einflussgebiet im Mittleren Osten zu einem großen Teil verloren hat, wendet sich die Terrorgruppe nach Erkenntnissen der Denkfabrik ICCT vermehrt dem afrikanischen Kontinent zu. Demnach hat der IS vergangenes Jahr mehr als die Hälfte seiner Operationen in Afrika gemacht. In Nigeria sei es in der ersten Jahreshälfte zu mehr IS-Anschlägen gekommen als im Irak. Neben Somalia und Nigeria bekennen sich auch im Kongo, Mosambik und mehreren Ländern in der Sahel-Zone bewaffnete Gruppen zum IS.

Die USA sind Teil der 2021 gegründeten Afrika-Fokusgruppe der internationalen Allianz gegen den IS. Darüber hinaus unterstützen die USA Somalia im Kampf gegen Islamisten unter anderem mit Drohnen. Vor knapp einem Jahr tötete das US-Militär den damaligen IS-Anführer Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi in Syrien.

© dpa
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