Visa-Erleichterungen für Russen ab sofort ausgesetzt

Dass russische Staatsbürger in Europa Urlaub machen können, während in der Ukraine Krieg herrscht, hatte für Empörung gesorgt. Ab heute gelten nun andere Regeln für die Einreise.
Das Visaabkommen zwischen der EU und Russland galt seit 2007. Nun wurde es komplett ausgesetzt. © Alexander Zemlianichenko Jr/XinHua/dpa/Archiv

Russische Bürger profitieren von diesem Montag an nicht mehr von einer erleichterten Visa-Vergabe für Reisen nach Deutschland und in andere Staaten des Schengen-Raums. Das zwischen der EU und Russland geschlossene Abkommen zur Erleichterung der Visa-Vergabe ist nach einem Beschluss der EU-Staaten von vergangener Woche für russische Staatsbürger nun komplett ausgesetzt.

So soll die Zahl der neuen Visa für Russen deutlich sinken. Zum Schengen-Raum gehören 22 EU-Staaten und 4 weitere europäische Länder.

Antragsgebühr beträgt 80 statt 35 Euro

Die Antragsgebühr für ein Visum beträgt ab sofort 80 statt 35 Euro. Zudem ist mehr Papierkram erforderlich, die Bearbeitungszeit wird länger und die Ausstellung von Visa für die mehrfache Einreise wird eingeschränkt.

Die EU-Kommission gab den EU-Staaten am Freitag Leitlinien zur Visavergabe an die Hand und stellte klar, dass die «Konsulate eine strikte Bewertung der Sicherheitsrisiken vornehmen» sollten. Dies könne dazu führen, dass die Ausstellung von Visa verweigert werde und bestehende gültige Visa aufgehoben werden. Die Staaten hätten «großen Ermessensspielraum sowie eine Grundlage für eine eingehendere Prüfung von Anträgen».

Zugleich stehe die EU Antragstellern weiter offen, «die aus dringenden Gründen reisen, insbesondere Familienangehörigen von EU-Bürgern, Journalisten, Dissidenten und Vertretern der Zivilgesellschaft». Für sie könnten die Mitgliedstaaten die Visumgebühr beispielsweise reduzieren oder komplett erlassen.

Das Visaabkommen zwischen der EU und Russland gilt seit 2007. Kurz nach Beginn des Krieges in der Ukraine am 24. Februar wurden die Erleichterungen bereits für Geschäftsleute, Regierungsvertreter und Diplomaten außer Kraft gesetzt.

© dpa
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