Weitere Waffen aus Deutschland in der Ukraine eingetroffen

Die ukrainischen Streitkräfte haben Nachschub aus Deutschland bekommen: Luftabwehrraketen, Maschinengewehre und 8 Millionen Schuss Munition.
Bundeswehr-Reservisten üben mit der Luftabwehrrakete «Strela». In der Ukraine sind weitere Waffen aus Deutschland eingetroffen. © Bundeswehr/Michael Mandt/dpa

In der Ukraine sind weitere Waffen aus Deutschland für den Kampf gegen die russischen Angreifer eingetroffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus ukrainischen Regierungskreisen erfuhr, handelt es sich um 1500 Luftabwehrraketen vom Typ «Strela» und 100 Maschinengewehre MG3.

Hinzu kommen 8 Millionen Schuss Munition für Handfeuerwaffen. Außerdem seien weitere Hilfsgüter aus Deutschland für die ukrainischen Streitkräfte im Kriegsgebiet angekommen. Darunter sind 350.000 Esspakete, 50 Fahrzeuge für den medizinischen Transport und Material für die medizinische Versorgung.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stellte der Ukraine nach dem EU-Gipfel in Brüssel weitere Waffenlieferungen in Aussicht. Viele Staaten - darunter Deutschland - hätten ihre bisherige Praxis durchbrochen, keine Waffen in Kriegsgebiete zu liefern. «Jetzt ist das der Fall, und das ist ein ganz besonderes Zeichen», sagte der Kanzler.

Das nach ukrainischen Angaben nun gelieferte MG3 ist das Standardmaschinengewehr der Bundeswehr, das von vielen Einheiten der Truppe verwendet wird. Es kann Ziele in 1200 Metern Entfernung treffen und 1300 Schuss pro Minute abgeben. Dafür wurden auch 5 Millionen Schuss Munition vom Kaliber 7,62 in die Ukraine geschickt. Außerdem erhielten die Streitkräfte 3 Millionen Schuss des kleineren Kalibers 5,56.

Erste Lieferungen bereits in den ersten Kriegswochen

Von den «Strela»-Luftabwehrraketen hatte die Ukraine bereits zuvor 500 Exemplare aus Deutschland erhalten. Sie stammen aus den Beständen der Nationalen Volksarmee der DDR. Das Verteidigungsministerium wollte nichts zu den ukrainischen Angaben über die eingetroffenen Waffen sagen. Die Bundesregierung äußert sich seit geraumer Zeit nicht mehr öffentlich dazu.

Deutschland hatte sich kurz nach Beginn des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine für die Waffenlieferungen entschieden - obwohl nach den Rüstungsexportrichtlinien der Bundesregierungen Lieferungen in Krisengebiete eigentlich untersagt sind.

Nach ukrainischen Angaben sind in den ersten Kriegswochen bereits 500 Panzerfäuste plus 1000 Schuss Munition, 500 Luftabwehrraketen vom Typ «Stinger» sowie die «Strela» geliefert worden. Außerdem hat die Ukraine 14 gepanzerte Fahrzeuge, 23.000 Schutzhelme, 1300 kugelsichere Schutzwesten und 2600 Metallplatten für Schutzwesten sowie Nachtsichtgeräte erhalten.

Selenskyj fordert auch Panzer und Kampfflugzeuge

Am Mittwoch war zudem bekanntgeworden, dass das Verteidigungsministerium 2000 weitere Panzerfäuste an die Ukraine abgeben will. Ein entsprechender Antrag wurde nach dpa-Informationen beim Bundessicherheitsrat gestellt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Nato-Staaten am Donnerstag bei einem Gipfeltreffen des Bündnisses in Brüssel dazu aufgefordert, auch Panzer und Kampfflugzeuge zu liefern. Der Bundesregierung liegen zwei Wunschlisten der ukrainischen Botschaft vor, auf denen alle schweren Waffen zu finden sind, die die Bundeswehr zur Verfügung hat - vom Kampfpanzer bis zum Kriegsschiff. Von der Lieferung schwerer Waffen hat die Bundesregierung bisher aber abgesehen.

© dpa
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