«Das ist Terrorismus»: Biden besucht Buffalo

17.05.2022 In den USA herrscht immer noch Bestürzung über die rassistische Tat in Buffalo. Der US-Präsident mach sich vor Ort ein Bild der Lage und findet deutliche Worte.

US-Präsident Joe Biden hat die Attacke von Buffalo mit zehn Toten als rassistischen Terrorismus verurteilt und auch Medien und Politik schwere Vorwürfe gemacht.

«Was hier passiert ist, ist schlicht und einfach Terrorismus», sagte der US-Präsident am Dienstag in Buffalo. Die Ideologie der Vorherrschaft von Weißen (White Supremacy) sei «giftig» und habe keinen Platz in Amerika. Er rief alle Menschen im Land dazu auf, diese «Lüge» zurückzuweisen. «Und ich verurteile diejenigen, die diese Lüge für Macht, politischen Gewinn und oder Profit verbreiten», so Biden weiter.

Am Samstag hatte ein Schütze mit einem Sturmgewehr vor und in einem Supermarkt das Feuer eröffnet, zehn Menschen erschossen und drei weitere verletzt. Der 18-jährige Beschuldigte wurde noch am Tatort festgenommen. Den Ermittlern zufolge war die Tat rassistisch motiviert - 11 der 13 Opfer waren schwarz, und Buffalo hat eine mehrheitlich schwarze Bevölkerung.

Blumen niedergelegt

Biden besuchte am Dienstag mit seiner Ehefrau Jill den Tatort und legte dort Blumen nieder. Die Beiden trafen außerdem Angehörige der Opfer, Ersthelfer, Polizei und örtliche Politikerinnen und Politiker. In seiner emotionalen Rede sprach Biden ausführlich über die Opfer. Der Schütze sei eine «hasserfüllte» Person. «In Amerika wird das Böse nicht gewinnen, das verspreche ich euch. Der Hass wird sich nicht durchsetzen», so der US-Präsident. Der Schütze habe «unschuldige Menschen im Namen einer hasserfüllten, auf Angst und Rassismus beruhenden Ideologie massakriert».

Die Ideologie der White Supremacy sei «pervers», so Biden. Die Anti-Rassismus-Organisation Anti-Defamation League schreibt, «White Supremacists» gingen davon aus, dass die Weißen Gefahr liefen auszusterben. Sie glaubten, dass fast alle Taten gerechtfertigt seien, die dazu beitrügen, Weiße zu «retten». Biden prangerte nun an, dass dieser Hass auch durch «Medien, die Politik und das Internet» geschürt werde. Er sagte allerdings nicht, wen er konkret meinte.

Seine Sprecherin Karine Jean-Pierre hatte zuvor gesagt, dass die US-Regierung diesen Leuten keine Aufmerksamkeit schenken wolle. «Die Leute, die diesen Dreck verbreiten, wissen also, wer sie sind, und sie sollten sich schämen», sagte Jean-Pierre. Nach der Tat war etwa der rechte und einflussreiche Moderator Tucker Carlson, der durch eine Abendsendung beim konservativen TV-Sender Fox News führt, in den Fokus geraten. Carlson hatte in der Vergangenheit verbreitet, die Demokraten würden versuchen, die derzeitigen Wähler in den USA mit «gehorsameren Wähler aus der Dritten Welt» auszutauschen.

«Großer Austausch» geplant

Im Internet war ein 180 Seiten langes Manifest mit rassistischen und gewaltbereiten Aussagen aufgetaucht, das dem Schützen von Buffalo zugeschrieben wird. Darin ist auch die Rede von der «Great Replacement Theory» («Theorie vom großen Austausch»), einem Verschwörungsmythos der extremen Rechten. Darin wird behauptet, nicht-weiße Angehörige anderer Glaubensrichtungen arbeiteten gezielt daran, weiße Christen mit europäischer Abstammung zu «ersetzen». In den USA findet diese Theorie mehr und mehr Verfechter in Talkshows rechter Sender und Teilen der republikanischen Partei.

Biden erinnerte auch an die Neonazi-Demo in Charlottesville 2017. Damals war ein Rechtsextremist mit seinem Auto in eine Gruppe Gegendemonstranten gefahren und hatte eine Frau getötet. Der damalige US-Präsident Donald Trump distanzierte sich im Anschluss nicht eindeutig von den Rechtsextremen. Er sprach von «einigen sehr feinen Menschen auf beiden Seiten». Dieses Verbrechen habe ihn dazu motiviert, als Präsident zu kandidieren, so Biden. «Wir haben nun schon zu oft gesehen, welche tödliche und zerstörerische Gewalt diese Ideologie entfesselt.»

Inmitten der Debatte sorgt ein anderes Verbrechen im US-Bundesstaat Texas für Aufsehen. Ein Schütze eröffnete vergangene Woche in einem Friseursalon im koreanischen Viertel der Metropole Dallas das Feuer. Die Polizei schließt mittlerweile auch hier ein rassistisches Motiv nicht aus. Auch ein tödlicher Angriff eines Mannes auf vorwiegend taiwanesische Gottesdienstbesucher in einer Kirche im US-Bundesstaat Kalifornien am Sonntag ist offenbar politisch motiviert gewesen. Der Verdächtige, ein 68-jähriger US-Bürger aus Las Vegas, ist den Ermittlern zufolge vor Jahren aus China eingewandert.

© dpa

Weitere News

Top News

Sport news

Rasen-Klassiker: Wimbledon: Jule Niemeier erstmals im Achtelfinale

Das beste netz deutschlands

Featured: Kindersicherung in Android einrichten: Diese Möglichkeiten gibt es

Handy ratgeber & tests

Featured: Sony WH-1000XM5 vs. Sony WH-1000XM4: So hat Sony seine Kopfhörer verbessert

Das beste netz deutschlands

Gefahr für Kinder: Urlaubsfotos im Netz: Was Eltern beachten sollten

Gesundheit

Zahlen des RKI: Mehr als 1000 Fälle von Affenpocken in Deutschland

Tv & kino

Featured: Alien, Igel und Musiklegenden: Das sind Deine GigaTV-Highlights im Juli

Musik news

Musiker: Rocko Schamoni warnt vor «Artensterben in der Kultur»

Musik news

Popstar: Beyoncé veröffentlicht Foto zum Album: «Ort zum Träumen»

Empfehlungen der Redaktion

Ausland

Waffengewalt: US-Vize Harris besucht Buffalo nach tödlicher Attacke

Panorama

Schauspieler: Jamie Foxx über Schüsse in Buffalo: «Unglaubliche Wut»

Ausland

USA: USA nach Wochenende unter Schock: Biden plant Buffalo-Besuch

Ausland

Kalifornien: Tödlicher Angriff in Kirche war offenbar politisch motiviert

Panorama

Erst vor einer Woche sorgte der Amoklauf an einer Grundschule in Uvalde weltweit für Entsetzen. Nun hat ein Mann Schüsse in einem Krankenhaus im Bundesstaat Oklahoma abgefeuert. Sein MOtiv erscheint banal.: Schütze tötet mehrere Menschen in Krankenhaus in den USA

Ausland

USA: Buffalo, Uvalde, Tulsa: Biden fordert strengere Waffenregeln

Ausland

Weißes Haus: Karine Jean-Pierre erste schwarze US-Regierungssprecherin

Panorama

Uvalde: Biden besucht Texas nach Schulmassaker mit 21 Toten