Sturgeon «ignorien» - Truss sorgt bei Schotten für Empörung

Truss gilt als Favoritin im Rennen um die Johnson-Nachfolge. Mit einer Äußerung zur schottischen Regierungschefin sorgt sie nun jedoch für Ärger. Und Einsparpläne zieht sie nach scharfer kritik zurück.
Die Außenministerin will die Nachfolge von Premier Johnson antreten. © Henry Nicholls/PA Wire/dpa

Nach scharfer Kritik aus den eigenen Reihen hat die Favoritin auf die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson, Liz Truss, ihre Einsparpläne für den Öffentlichen Dienst wieder zurückgenommen. Eine Sprecherin ihrer Wahlkampagne beklagte am Dienstag eine «vorsätzliche Falschdarstellung», kündigte aber an, Gehälter und Arbeitsbedingungen würden so bleiben wie bisher.

Erst Stunden zuvor hatte die Außenministerin angekündigt, die Löhne von Beschäftigten außerhalb der wohlhabenderen Gebiete London und Südengland zu senken, damit sie die regionalen Lebensverhältnisse besser widerspiegeln. Außerdem wollte sie die Zahl der Urlaubstage von 27 auf 25 reduzieren und Freistellungen für Gewerkschaftsarbeit sowie Stellen für Diskriminierungsbeauftragte streichen. Insgesamt sollten elf Milliarden Pfund (13,1 Mrd Euro) eingespart werden.

Experten wiesen darauf hin, dass die Kürzungen vor allem Gruppen wie Pflegekräfte und Lehrer treffen dürften. Gewerkschaften kündigten harten Widerstand an. Als auch prominente Mitglieder ihrer Konservativen Partei widersprachen, ruderte Truss zurück.

Truss bezeichnet Sturgeon als «Selbstdarstellerin»

Die 47-Jährige legte sich auch mit der schottischen Regionalregierung an. Regierungschefin Nicola Sturgeon sei eine «Selbstdarstellerin», sagte Truss bei einer Wahlkampfveranstaltung am Montagabend und lehnte ein neues schottisches Unabhängigkeitsreferendum ab. «Das Beste, das man mit Nicola Sturgeon machen kann, ist, sie zu ignorieren», sagte sie. Schottlands Vizeregierungschef John Swinney sagte der BBC, solche Kommentare gegen eine demokratisch gewählte Führungspersönlichkeit seien «völlig unangebracht».

Die Aussagen der Außenministerin zielen vor allem ihre Tory-Partei, die derzeit über die nächste Premierministerin oder den nächsten Premierminister entscheidet. Außer Truss steht Ex-Finanzminister Rishi Sunak zur Wahl. Das Ergebnis wird am 5. September erwartet.

© dpa
Weitere News
Top News
Formel 1
Formel 1: Verstappen nutzt Titelchance nicht - Perez siegt in Singapur
People news
Energiekrise: Van Almsick sorgt sich um Schwimmausbildung
Tv & kino
ProSieben-Show: «Masked Singer»: Katja Burkard als erste Prominente enttarnt
People news
Monarchie: Klimagipfel - König Charles reist nicht nach Ägypten
Internet news & surftipps
Finanzen: Bitcoin: Virtuelles Schürfen wird immer klimaschädlicher
Handy ratgeber & tests
Featured: Archero-Tipps: Gibt es Cheats oder Promo-Codes für das Handyspiel?
Handy ratgeber & tests
Featured: Gibt es Promo-Codes im Oktober 2022 zu RAID: Shadow Legends?
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Empfehlungen der Redaktion
Ausland
Energie: Krise der Lebenshaltungskosten: Schottland friert Mieten ein
Ausland
Großbritannien: TV-Duell um Johnson-Nachfolge: Gegenwind für Favoritin
Ausland
Brexit: Experte hält schottisches Referendum 2023 für unrealistisch
Ausland
Truss oder Sunak?: Abstimmung über Johnsons Nachfolge beginnt
Ausland
London: Tory-Mitglieder stimmen über Johnsons Nachfolge ab
Ausland
Großbritannien: Johnson-Nachfolge: Prominente Unterstützung für Truss
Ausland
Vereinigtes Königreich: Schottland stimmt im Oktober 2023 über die Unabhängigkeit ab
Ausland
Johnson-Nachfolge: Kandidatin Truss wegen Äußerung zu Arbeitsmoral in Kritik