Italiens Film-Diva Lollobrigida will für Senat kandidieren

Vor mehr als 20 Jahren kandidierte Gina Lollobrigida für das Europa-Parlament - und scheiterte. Nun wagt sie im hohen Alter erneut den Versuch ins Politiker-Dasein einzusteigen.
Die italienische Schauspielerin Gina Lollobrigida im November 2021 in Rom. © Mario Cartelli/SOPA Images via Zuma Press Wire/dpa

Mit 95 Jahren will die italienische Film-Diva Gina Lollobrigida bei der kommenden Parlamentswahl am 25. September für den Senat kandidieren. «Ich war es einfach Leid, die Politiker untereinander streiten zu hören, ohne jemals zur Sache zu kommen», sagte sie im Interview des «Corriere della Sera» (Montag). «Italien steht schlecht da, ich will etwas Gutes und Positives tun», erklärte die berühmte Schauspielerin aus «Der Glöckner von Notre Dame» (1956), «Fanfan, der Husar» (1952) oder «Die Schönen der Nacht» (1952) weiter.

Lollobrigida will auf der Kandidatenliste antreten, die unter anderem zur kommunistischen Partei und weiteren Splitterparteien gehört. Solange es um das Wohl Italiens ginge, wolle sie mit allen zusammenarbeiten, sagte die Kino-Ikone. Vor ihrer Entscheidung, zu kandidieren, sprach sie nach eigenen Worten noch mit ihrem Anwalt Antonio Ingroia. Lollobrigida hat einen Vormund, den ihr ein Gericht nach einem jahrelangen Familienstreit zuwies, und darf deshalb nicht über ihr Vermögen entscheiden.

Der Weltstar und einstiges Sexsymbol versuchte es schon 1999 mit einer politischen Laufbahn. Lollobrigida kandidierte damals für das EU-Parlament, verfehlte aber deutlich die nötige Stimmenanzahl. «Das war eine Erfahrung. Im Leben kann man verlieren und man kann gewinnen», sagte sie dazu im Interview.

Die Menschen in Italien sollen am 25. September ein neues Parlament wählen, weil die Regierung von Mario Draghi Ende Juli zerfiel. Staatschef Sergio Mattarella löste daraufhin die Parlamentskammern auf und leitete die vorgezogene Wahl ein. Draghi ist noch geschäftsführend im Amt. In aktuellen Umfragen liegt der Mitte-Rechts-Block um die postfaschistischen Fratelli d'Italia, die rechte Lega und die konservative Forza Italia vorn.

© dpa
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