Russland kündigt Pressekonferenz zu Leichen in Butscha an

Die Bilder aus der ukrainischen Kleinstadt Butscha schockieren die Welt. Der Vorwurf an Russland nach dem Fund der Leichen ist deutlich. Der russische Außenminister will nun gegenhalten und «Beweise» vorlegen.
Russlands Außenminister Sergej Lawrow nimmt an einer Pressekonferenz teil. © Alexander Zemlianichenko/Pool AP/dpa

Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat zu dem Fund einer Vielzahl von Leichen in der ukrainischen Ortschaft Butscha für den Abend eine Pressekonferenz seines UN-Botschafters in New York angekündigt.

Es würden Beweise vorgelegt, die die «wahre Natur jener Ereignisse zeigen, die jetzt in der Stadt Butscha unsere westlichen Partner versuchen, als Zeugnisse von Kriegsverbrechen der Russischen Föderation auszulegen», sagte Lawrow am Montag bei einer Pressekonferenz in Moskau.

Er warf zudem Großbritannien vor, Versuche Russlands zu boykottieren, den Fall Butscha bei einer Sitzung im Sicherheitsrat zu thematisieren. Die Pressekonferenz in New York ist nach russischen Angaben um 21.30 MESZ geplant.

Ukraine wirft Russland Massaker vor

Die Ukraine hat der russischen Armee ein Massaker an Zivilisten in Butscha in der Nähe der ukrainischen Hauptstadt Kiew vorgeworfen. Dort wurden viele Leichen auf der Straße gefunden. Russland weist das kategorisch zurück und spricht von einer «Inszenierung». Solche Anschuldigungen wie im Fall von Butscha müssten «auf Grundlage konkreter, unwiderlegbarer Fakten» erhoben werden, sagte Lawrow. Er warf wiederum den von «nationalistischen, neonazistischen Bataillonen geführten» ukrainischen Streitkräften vor, Verbrechen zu begehen, die verfolgt werden müssten.

Zugleich sagte Lawrow, die Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Seite für ein Ende der Kämpfe gingen «intensiv» weiter. Er forderte die Regierung in Kiew auf, sich von ihren eigenen nationalen Interessen leiten zu lassen. Die Ukraine sollte nicht auf ihre Berater im Ausland hören, sagte Lawrow mit Blick auf die USA, ohne sie namentlich zu nennen. Moskau wirft Washington immer wieder vor, die Ukraine als Werkzeug benutzen, um Russland zu destabilisieren. Lawrow meinte, dort werde zugeschaut, «wie sich hier die Krisenlage weiter hochschaukelt».

© dpa
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