Rettungsschiff mit Hunderten Migranten legt in Italien an

Auf dem Mittelmeer haben Hilfsorganisationen erneut Hunderte Menschen aus Seenot gerettet. Ein Rettungsschiff ist nun in Apulien in einen Hafen gelassen worden.
Migranten gehen in Tarent von Bord der «Ocean Viking». © Jeremias Gonzalez/AP/dpa

Das Seenotrettungsschiff «Ocean Viking» hat 459 Migranten in der süditalienischen Stadt Taranto (Tarent) an Land bringen dürfen. Nach mehr als einer Woche Warten hatten die Behörden dem Schiff der Organisation SOS Mediterranée die Erlaubnis dazu erteilt. Am Sonntagvormittag wurde der Hafen in der Region Apulien erreicht. Die Menschen waren nach Angaben der Helfer in zehn Rettungsaktionen im zentralen Mittelmeer an Bord geholt worden.

Unterdessen wartete das Schiff «Geo Barents» von Ärzte ohne Grenzen mit 267 Migranten an Bord weiter auf die Zuweisung eines Hafens. Vier Anfragen an Malta und bislang sechs Gesuche an Italien seien ignoriert worden, teilte die internationale Organisation mit.

Die deutsche Organisation Resqship berichtete am Wochenende von einem Notruf eines doppelstöckigen Holzbootes mit rund 300 Menschen an Bord, die den Angaben zufolge mehrere Tage unterwegs waren und weder Wasser noch Essen hatten. Das Motorsegelboot «Nadir» der Hamburger Retter half bei der Erstversorgung der Menschen, die dann von der italienischen Küstenwache aufgenommen wurden.

Zuvor war die Crew der «Nadir» auf ein anderes Holzboot gestoßen und hatte die Erstversorgung übernommen. Die 76 Insassen, darunter laut eines Tweets ein Baby und mehrere Minderjährige, wurde dann dem Schiff «Sea Eye 4» der privaten Regensburger Organisation Sea-Eye übergeben. Die Mediziner an Bord berichteten bei den Überlebenden von Fällen von Seekrankheit, Dehydration und infizierten Wunden.

Viele Menschen wagen von Nordafrika aus die gefährliche Überfahrt über die zentrale Mittelmeerroute, weil sie sich in der EU ein besseres Leben erhoffen oder sich vor bewaffneten Konflikten und Verfolgung in Sicherheit bringen wollen. Oft stechen sie in völlig überfüllten Botten in See - es kommt immer wieder zu Unfällen.

Laut UN-Zahlen starben allein in diesem Jahr mehr als 1000 Menschen im zentralen Mittelmeer oder gelten als vermisst. Das italienische Innenministerium zählte bis Freitag mehr als 59.000 angekommene Bootsmigranten in diesem Jahr - im Vergleichszeitraum 2021 waren es knapp 40.000 gewesen. Den Anstieg der Zahlen führen Experten unter anderem auf die schlimmer gewordene Situation im Bürgerkriegsland Libyen zurück. Italiens Rechtsparteien, denen ein Wahlsieg in drei Wochen vorhergesagt wird, wollen die Überfahrten aus Afrika stoppen.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Nationalmannschaft: «Raue» Adventszeit: DFB-Boss fordert Antworten nach WM-Aus
People news
Internet: Twitter sperrt Kanye West erneut
Reise
Gestörte Zugverbindungen: Bahnstreik in Frankreich bremst Verkehr nach Deutschland aus
Musik news
Musik: Mariah Carey und Wham! erobern die Charts
People news
Leute: Sänger Marc Marshall trägt jetzt Regenbogenbart
Handy ratgeber & tests
Featured: Waagen-Apps für Apple Watch: Diese synchronisieren sich mit dem iPhone
Das beste netz deutschlands
Warntag: Ist Cell Broadcast auf Ihrem Smartphone aktiv?
Auto news
Auf dem Prüfstand: ADAC: Synthetische Kraftstoffe im Test ohne Probleme
Empfehlungen der Redaktion
Panorama
Hilfe: Mehr als 30 Migranten im Mittelmeer gerettet
Ausland
Migration: Hilfsorganisationen retten zahlreiche Menschen im Mittelmeer
Ausland
SOS Humanity: Schiff mit knapp 400 Migranten darf in Italien anlegen
Ausland
Flüchtlinge: Deutsche Retter nehmen im Mittelmeer 85 Migranten an Bord
Ausland
Üble Nachrede: Salvini vor Rackete-Prozess trotzig
Ausland
Mittelmeer: Tunesien: 76 Migranten nach Schiffsunglück vermisst
Inland
Hilfsorganisation: Sea-Watch will weiteres Schiff zur Seenotrettung schicken
Ausland
Ärzte ohne Grenzen: Dramatische Seenotrettung im Mittelmeer