Russischer Kampfjet stürzt über Wohnviertel ab

Eine Explosion erschüttert ein achtstöckiges Wohnhaus im russischen Jejsk, dann sind kleinere Detonationen zu hören. Mindestens 15 Menschen sterben, zahlreiche weitere werden verletzt.

Nach dem Absturz eines russischen Kampfflugzeugs in einem Wohngebiet in Jejsk im Süden Russlands ist die Zahl der Toten auf 15 gestiegen. Unter ihnen seien auch drei Kinder, teilten die russischen Behörden am Dienstag mit. Am Nachmittag wurde demnach noch ein Toter in den Trümmern eines Hauses gefunden. Am Montagabend war nach dem Absturz des Kampfjets vom Typ Su-34, der auch im Krieg gegen die Ukraine eingesetzt wird, von sechs Toten die Rede gewesen. Weitere Tote wurden am Dienstag gefunden. 25 Menschen seien verletzt worden.

Einige Bewohner des in Brand geratenen Hauses starben, als sie aus den oberen Etagen sprangen, um sich vor den Flammen zu retten, wie die Vize-Gouverneurin Anna Minkowa mitteilte. Präsident Wladimir Putin sei in tiefer Trauer mit jenen Familien verbunden, «die ihre Nächsten im Zuge dieser Katastrophe verloren haben», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums stürzte die Maschine wegen eines technischen Defekts ab, ein Triebwerk soll in Brand geraten sein. Die Piloten konnten sich retten. Die Maschine war den Angaben nach auf einem Übungsflug gewesen und hatte keine Munition an Bord.

Absturzstelle nahe einer Schule

Insgesamt sind nach Behördenangaben 72 Wohnungen zerstört worden, mehr als 500 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Vier Verletzte seien ins Regionalkrankenhaus von Krasnodar gebracht worden, die anderen würden in Jejsk im Krankenhaus versorgt, hieß es. Die Verletzten erhielten neben medizinischer auch psychologische Hilfe, teilte Gesundheitsminister Michail Muraschko, der selbst in dem Ort am Asowschen Meer war, in der Nacht mit.

Der Kampfbomber fiel kurz nach dem Start direkt neben ein achtstöckiges Wohnhaus, das zum Teil in Brand gesetzt wurde. Etwa 300 Meter von der Stelle entfernt steht eine Schule, in der zum Zeitpunkt russischen Medien zufolge 600 Schüler waren. Verletzt wurde dort niemand.

Videos aus der Stadt zeigten eine große Explosion dicht an dem Hochhaus. Dann waren kleinere Detonationen zu hören. Ein Teil des Gebäudes fing bis zum Dach hinauf Feuer. Die Sprecherin des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny, Kira Jarmysch, sagte, dass russische Kampfjets jetzt nicht nur in der Ukraine Wohnhäuser zerstörten, sondern auch in der Heimat. «Nichts davon gäbe es, wenn Putin nicht diesen Krieg begonnen hätte.»

© dpa
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