HRW: Myanmars Junta blockiert wichtige Hilfslieferungen

13.12.2021 Von einer «landesweiten humanitären Katastrophe» spricht «Human Rights Watch» mit Blick auf die Lage in Myanmar und beklagt unter anderem die Zerstörung von Vorräten.

Eine leere Straße in Mandalay während eines landesweiten «stillen Streiks» gegen die Militärjunta in der vergangenen Woche. Foto: Uncredited/AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Militärjunta in Myanmar blockiert nach Angaben von Menschenrechtlern dringend benötigte Hilfslieferungen für Millionen Menschen in allen Teilen des Krisenlandes.

Die Generäle verweigerten Bürgern, die unter den Folgen des Militärputsches von Anfang Februar litten, «herzlos lebensrettende Hilfe, anscheinend als eine Form der Bestrafung», teilte die Menschenrechtsorganisation «Human Rights Watch» (HRW) am Montag mit. Damit habe sie eine «landesweite humanitäre Katastrophe» ausgelöst.

Das Militär habe in den vergangenen Monaten nicht nur neue Reisebeschränkungen für humanitäre Helfer verhängt, sondern auch Zufahrtsstraßen und Hilfskonvois blockiert, Vorräte zerstört, Helfer angegriffen und Telekommunikationsdienste abgeschaltet. HRW forderte die Vereinten Nationen, die Staatengemeinschaft Asean und Regierungen in der Region auf, Druck auf die Generäle auszuüben, damit die Hilfen die Bedürftigen erreichen könnten.

Mehr als 284.000 Menschen sind auf der Flucht

Das frühere Birma versinkt seit einem Umsturz in Chaos und Gewalt. Das Militär hatte die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet und regieren seither mit eiserner Faust. Jeder Widerstand wird mit brutaler Härte unterdrückt.

Laut HRW sind wegen der Krise derzeit mehr als 284.000 Menschen auf der Flucht. Etwa 22.000 davon seien nach Indien und Thailand geflohen. In Gebieten, in denen ethnische Minderheiten lebten, werde verstärkt gekämpft. Dabei komme es auch zu Kriegsverbrechen.

Nach UN-Schätzungen wird sich die Zahl der Menschen in Myanmar, die Hilfe benötigen, von einer Million vor dem Putsch auf 14,4 Millionen im kommenden Jahr erhöhen, ein Drittel davon Kinder. Etwa 25 Millionen Menschen - fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung - könnten dann unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben.

© dpa-infocom GmbH

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