Vorwurf der Rebellion: Perus abgesetzter Präsident in U-Haft

Die Justiz wirft ihm Rebellion und Verschwörung vor: Um mögliche Komplizen zu ermitteln und eine Flucht zu verhindern, muss der peruanische Ex-Präsident Castillo in Untersuchungshaft. Er soll noch versucht haben, in der mexikanischen Botschaft Zuflucht zu suchen.

Der vom Parlament abgesetzte peruanische Präsident Pedro Castillo ist von der Justiz des Landes in Untersuchungshaft genommen worden. Die U-Haft gelte zunächst bis Dienstag, teilte der Oberste Gerichtshof nach einer Anhörung in Anwesenheit Castillos gestern via Twitter mit. Demnach wird gegen den entmachteten Staatschef wegen des Verdachts auf Rebellion und Verschwörung ermittelt.

Castillo antworte auf Fragen bei der Anhörung nur knapp mit Ja oder Nein. Sein Anwalt, der frühere Justizminister und Kabinettschef Aníbal Torres, argumentierte, Castillo sei willkürlich aus dem Präsidentenamt gedrängt worden. Ein Gericht in der Hauptstadt Lima wies der peruanischen Zeitung «El Comercio» zufolge eine Haftprüfungsklage ab.

Die Staatsanwaltschaft des südamerikanischen Landes hält Castillo einen Angriff auf die verfassungsmäßige Ordnung vor. Staatsanwalt Marco Huamán argumentierte in der Anhörung, die U-Haft sei notwendig um zu ermitteln, wer noch an der mutmaßlichen Rebellion teilgenommen habe, und um eine Flucht Castillos in ein anderes Land zu verhindern.

Kabinett und Opposition witterten Staatsstreich

Mit der Auflösung des Kongresses wollte der linke Politiker einem Misstrauensvotum im Parlament zuvorkommen - doch sowohl sein eigenes Kabinett als auch die Opposition witterten einen Staatsstreich und ließen das Manöver des früheren Dorfschullehrers ins Leere laufen. Stattdessen wurde er am Mittwoch des Amtes enthoben und festgenommen. An seiner Stelle wurde die bisherige Vizepräsidentin Dina Boluarte als erste Staatschefin des südamerikanischen Landes vereidigt.

Castillo habe noch vergeblich versucht, in der mexikanischen Botschaft Zuflucht zu suchen, sagte Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador tags darauf. Mexikos Regierung zeigte sich offen, dem abgesetzten Präsidenten Asyl zu gewähren. Außenminister Marcelo Ebrard gab bekannt, dass Castillo den formellen Asylantrag bei der mexikanischen Botschaft gestellt und «Konsultationen mit den peruanischen Behörden» aufgenommen habe.

Castillo sitzt laut Medienberichten nun im gleichen Gefängnis wie Perus früherer Präsident Alberto Fujimori, der 1992 mit einem Putsch die Kontrolle über das Land übernommen hatte.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Bundesliga: Union nach Derby-Sieg Bayern-Verfolger - Freiburg gewinnt
Tv & kino
Schauspieler: Dimitrij Schaad erhält Ulrich-Wildgruber-Preis
Tv & kino
Schauspielerin: Sandra Hüller beim Filmfestival Max Ophüls
Tv & kino
Featured: Bridgerton: Die richtige Reihenfolge der Bücher
Das beste netz deutschlands
Featured: DeepL Write: So nutzt Du die KI-Schreibhilfe für Texte
Das beste netz deutschlands
Featured: Chat GPT: So nutzt Du den KI-Bot von OpenAI
Internet news & surftipps
Extremismus: SPD-Abgeordneter für 14-Tage-Speicherpflicht für IP-Adressen
Reise
Flüge verspätet und gestrichen: Streik am Düsseldorfer Airport: Diese Rechte haben Reisende
Empfehlungen der Redaktion
Ausland
Lateinamerika: Perus abgesetzter Präsident muss für 18 Monate in U-Haft
Ausland
Unruhen: Kongress dagegen: Erstmal keine vorgezogenen Wahlen in Peru
Ausland
Demonstrationen: Regierung in Peru verkündet landesweiten Ausnahmezustand
Ausland
Südamerika: Proteste in Peru: Präsidentin will Kabinett umbilden
Ausland
Südamerika: Perus abgesetzter Präsident Castillo muss in U-Haft bleiben
Ausland
Präsident abgesetzt: Demonstranten stürmen Flughafen in Peru - Lage eskaliert
Ausland
Demonstrationen: Perus Präsidentin will Wahlen vorziehen
Ausland
Proteste in Peru: Tausende Touristen werden aus Cusco ausgeflogen