Ecuadors Präsident über Indigenen-Proteste: Putschversuch

In der Hauptstadt Quito verschärfen sich die Konfrontationen zwischen Demonstranten und der Polizei. Die indigenen Gruppen fordern unter anderem die Achtung ihres Selbstbestimmungsrechts ein.

Am zwölften Tag teils gewaltsamer Proteste gegen soziale Missstände in Ecuador hat Präsident Guillermo Lasso indigenen Gruppen einen Putschversuch vorgeworfen.

«Die wahre Absicht des Herrn Iza ist der Sturz der Regierung», sagte Lasso in einer Video-Ansprache über den Chef des Indigenen-Verbands Conaie, Leonidas Iza. «Die Nationalpolizei und die Streitkräfte werden die erforderlichen Mittel ergreifen, um innerhalb des gesetzlichen Rahmens durch schrittweise Gewaltanwendung die öffentliche Ordnung und die Demokratie zu verteidigen.»

Seit dem 13. Juni protestieren indigene Gruppen in dem südamerikanischen Land und blockieren zahlreiche Straßen. Unter anderem verlangen sie, die Treibstoffpreise einzufrieren, den Schuldendienst für mehr als vier Millionen Familien zu stunden, faire Preise für landwirtschaftliche Produkte festzulegen und das Selbstbestimmungsrecht der indigenen Völker zu achten.

Es kam auch zu Zusammenstößen mit den Sicherheitskräften. Diesen warf der Conaie übermäßige Gewalt vor. Innenminister Patricio Carrillo bestätigte vier Todesfälle. Nach Angaben der Polizei wurden bei den Protesten bis Freitagmorgen (Ortszeit) 169 Polizisten verletzt und 121 Menschen festgenommen. 55 Polizeifahrzeuge seien beschädigt und 11 zerstört worden.

In der Hauptstadt Quito gab es am Freitag erneut Auseinandersetzungen, bei denen Tränengas zum Einsatz kam. Laut einem Tweet des Conaie gab es Verletzte. Nach Angaben der Behörden war in der Nacht zuvor ein Militärkonvoi angegriffen worden.

© dpa
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