Schwester von Kim Jong Un droht mit Atomwaffeneinsatz

Die Atom-Gespräche mit den USA kommen seit Jahren nicht voran. Nun schlägt eine hochrangige Funktionärin Nordkoreas scharfe Töne gegen den Süden an.
Kim Yo Jong, die Schwester von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. © Jorge Silva/Pool Reuters via AP/dpa

Nordkorea hat Südkorea für den Fall eines militärischen Konflikts mit einen Atomschlag gedroht.

Südkorea sei nicht der «Hauptfeind» ihres Landes, hieß es in einer Erklärung der einflussreichen Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, Kim Yo Jong. Sollte Südkorea jedoch die militärische Konfrontation suchen, «wird unsere nukleare Streitmacht unweigerlich ihre Pflicht erfüllen», wurde sie am Dienstag von den Staatsmedien zitiert.

Die hochrangige Funktionärin der herrschenden Arbeiterpartei setzte damit ihren aggressiven Ton fort, den sie vor wenigen Tagen angeschlagen hatte. Hintergrund sind Äußerungen des südkoreanischen Verteidigungsministers Suh Wook zu den Angriffskapazitäten seines Landes gegen Nordkorea. Kim hatte gedroht, Südkorea riskiere deswegen eine ernste Bedrohung.

«Fantastischer Tagtraum»

Suh hatte am Freitag öffentlich gesagt, Südkoreas Streitkräfte verfügten über die Fähigkeit, den Ursprungsort von Raketenstarts von Nordkorea sowie dessen Kommandostellen «präzise und rasch» anzugreifen, sobald es klare Anzeichen für einen Angriff gegen Südkorea gibt. In ihrer jüngsten Erklärung nannte Kim die Bemerkungen als «nicht wiedergutzumachenden großen Fehler». Mit Präventivschlägen gegen einen «Atomwaffenstaat» zu drohen, sei ein «fantastischer Tagtraum».

Kims Erklärungen erfolgten inmitten wachsender Spannungen in der Region. Nordkorea hatte zuletzt seine Nachbarländer durch den neuen Test einer Interkontinentalrakete alarmiert. UN-Resolutionen verbieten dem isolierten Land den Test von Raketen jeglichen Typs, die einen Atomsprengkopf tragen können. Nordkorea hat sich selbst zur Atommacht erklärt. Sein Status gilt aber wegen der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm als unklar. Allerdings kommen die Atomgespräche mit den USA seit mehr als drei Jahren nicht mehr voran.

© dpa
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