Erdogan droht Griechenland: Können eines Nachts kommen

Die Beziehungen zwischen den Nato-Partnern Türkei und Griechenland stecken in der Krise. Der türkische Präsident Erdogan wirft Athen Vertragsbruch vor - und spricht erneut eine offene Drohung aus.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan droht Griechenland. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat dem Nachbarn Griechenland erneut scharf gedroht. «Wir können plötzlich eines Nachts kommen», sagte Erdogan am Dienstag vor einer dreitägigen Balkanreise.

Den Satz hatte der türkische Präsident in der Vergangenheit häufig bezogen auf militärische Operationen verwendet - etwa in Syrien oder im Irak. Erdogan bezog sich auf die angebliche Ausrichtung des S-300-Luftverteidigungssystems Griechenlands auf türkische Jets. Athen bestreitet diese Vorwürfe Ankaras.

Athen reagiert enttäuscht

Der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis reagierte enttäuscht auf die Äußerungen Erdogans: «Es ist inakzeptabel, dass Griechenland Drohungen von einem Land erhält, das ein Verbündeter in der Nato ist - Drohungen, die so weit gehen, die griechische Souveränität in Frage zu stellen», sagte Mitsotakis am Dienstag im staatlichen griechischen Fernsehen.

Bereits am Samstag hatte Erdogan Griechenland wegen der Militarisierung griechischer Inseln in der Ostägäis kritisiert und eine offene Drohung ausgesprochen. «Eure Besetzung der Inseln bindet uns nicht. Wir werden das Notwendige tun, wenn die Zeit gekommen ist. Wie wir sagen: Wir können eines Nachts plötzlich kommen.» Der griechische Außenminister Nikos Dendias teilte daraufhin mit, man werde Verbündete und Partner der Nato, der EU und den Vereinten Nationen (UN) über die Drohung informieren.

Ankara argumentiert, Griechenland verstoße mit der Stationierung von Militäreinheiten und Waffensystemen auf Inseln in der Ägäis gegen die Verträge von Lausanne (1923) und Paris (1947). Athen begründet die Militarisierung mit einer Bedrohung durch Ankara und dem Recht eines jeden Staates auf Selbstverteidigung.

© dpa
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