Anschlag nahe Klagemauer in Jerusalem - Mehrere Verletzte

Bei einem Anschlag in Jerusalem eröffnet ein Attentäter in der Altstadt das Feuer auf Gläubige. Der Vorfall ereignet sich eine Woche nach Vereinbarung einer Waffenruhe im Gaza-Konflikt.

Bei dem Anschlag eines Palästinensers in Jerusalems Altstadt sind acht Menschen verletzt worden, zwei davon schwer. Der Tatverdächtige, ein Einwohner des arabisch geprägten Ostteils der Stadt, eröffnete nach israelischen Polizeiangaben in der Nacht zum Sonntag das Feuer auf einen Bus. Er habe auch auf ein Fahrzeug auf einem Parkplatz nahe dem Davidsgrab geschossen, sagte eine Polizeisprecherin.

Der palästinensische Tatverdächtige wurde nach Polizeiangaben festgenommen, nachdem er sich mehrere Stunden nach dem Anschlag selbst der Polizei gestellt hatte. Der israelische Regierungschef Jair Lapid sagte während der wöchentlichen Kabinettssitzung, es handele sich um einen Einzeltäter mit kriminellem Hintergrund. «Wer israelischen Bürgern Schaden zufügt, kann sich nirgendwo verstecken.» Bei einer Terrorwelle in Israel seit März hat es immer wieder Tote und Verletzte gegeben.

Scheinbar wahllose Schüsse auf einen Bus

Einem Rettungssanitäter zufolge waren in dem Bus Gläubige von der Klagemauer auf dem Weg in die Stadt. «Laut einem Passanten begann ein Terrorist, wahllos auf den Bus zu schießen», sagte er. Als der Rettungsdienst den Ort des Vorfalls erreicht habe, habe es einen großen Tumult gegeben. Menschen seien in Panik gerannt. Eine der Verletzten war den Angaben zufolge hochschwanger, das Baby musste mit Notkaiserschnitt geholt werden und war ebenfalls schwer verletzt.

Mindestens fünf der Verletzten seien US-Bürger, teilte das US-Außenministerium am Sonntag mit. Der Sender CNN berichtete, es gebe Hinweise, dass einige von ihnen die israelische und US-Staatsbürgerschaft hätten. Das Außenministerium machte keine weiteren Angaben. Die US-Regierung verurteilte den Anschlag «aufs Schärfste» und wünschte allen Opfern eine rasche Genesung.

Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell schrieb bei Twitter, die Europäische Union verurteile den Terroranschlag aufs Schärfste. «Israels Sicherheit ist für die EU von größter Wichtigkeit.»

Ein Sprecher der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas nannte den Anschlag eine «natürliche Reaktion auf die Arroganz der Besatzungssoldaten und zionistischen Siedler und ihre täglichen Verbrechen gegen unser Volk, unser Land und unsere islamischen und christlichen heiligen Stätten». Er sprach von fortwährendem Eindringen Israels in die Al-Aksa-Moschee.

Spannungsherd Tempelberg

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam. Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist. Es kommt dort immer wieder zu Spannungen zwischen beiden Seiten. Israel hat während des Sechs-Tage-Krieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern das Gebiet als Teil eines künftigen eigenen Staates.

Das israelische Militär hatte vor mehr als einer Woche eine großangelegte Militäraktion gegen den Islamischen Dschihad im Gazastreifen gestartet. Dutzende Menschen starben. Die militanten Palästinenser feuerten daraufhin Raketen auf israelische Ortschaften. Nach drei Tage währenden Kämpfen wurde am vergangenen Sonntag eine Waffenruhe vereinbart.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Champions League: Bayern mit «Hunger und Energie» in BVB-Woche
Musik news
Rockband: Mando-Diao-Sänger genießt Rückkehr auf die Bühne
Tv & kino
Neu im Kino: Die Filmstarts der Woche
Tv & kino
Featured: Constantine 2 mit Keanu Reeves: Sequel nach fast 20 Jahren bestätigt
Internet news & surftipps
Finanzen: Bitcoin: Virtuelles Schürfen wird immer klimaschädlicher
Handy ratgeber & tests
Featured: Archero-Tipps: Gibt es Cheats oder Promo-Codes für das Handyspiel?
Handy ratgeber & tests
Featured: Gibt es Promo-Codes im Oktober 2022 zu RAID: Shadow Legends?
Wohnen
Hydraulischer Abgleich : Nicht umlegbar: Kosten für Heizungsoptimierung
Empfehlungen der Redaktion
Ausland
Nahost: Neue Konfrontationen auf Tempelberg in Jerusalem
Ausland
Gazastreifen: Israel beschießt nach Raketenangriff Hamas-Ziel
Ausland
Nahost: Flaggenmarsch in Jerusalem - Konfrontationen in der Altstadt
Ausland
Israel: Mehr als 150 Verletzte bei Gewalt auf Tempelberg
Ausland
Nahost: Zahlreiche Verletzte bei Konfrontationen auf Tempelberg
Ausland
Jerusalem: Verletzte bei Gewalt auf Tempelberg
Ausland
Nahost-Konflikt: Militante Palästinenser feuern erneut Raketen auf Israel ab
Ausland
Nahost: Raketenbeschuss aus Gaza - Israel greift Hamas-Ziele an