Hilfsorganisationen warnen vor zunehmendem Hunger

02.06.2022 Experten sehen bei der Versorgung der Menschen mit Nahrung eine «Systemkrise». Der Krieg in der Ukraine verschärft die Probleme noch. Eine Forderung: mehr Geld für Hilfe.

«Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich eine Hungerkrise wie 2007/2008 mit knapp einer Milliarde Hungernden auf der Welt wiederholt.» © Brian Inganga/AP/dpa

Hilfsorganisationen haben vor verschärften Hungerkrisen in der Folge des Kriegs in der Ukraine gewarnt.

Die Entwicklungspolitik sei gefordert, auf das fatale Zusammenspiel von Kriegen, den Folgen der Covid-19-Pandemie, den Auswirkungen des Klimawandels und der sich zuspitzenden Hungerkatastrophe mit konkreten Hilfsmaßnahmen zu reagieren, forderten die Welthungerhilfe und das Kinderhilfswerk terre des hommes am Donnerstag in Berlin. Beide Organisationen stellten ihren «Kompass 2022» zur Entwicklungspolitik vor.

Die internationale Gemeinschaft stehe vor der Herausforderung einer globalen Systemkrise. Die Bundesregierung solle den diesjährigen G7-Vorsitz nutzen, um sich gemeinsam mit den Partnern auf verbindliche Initiativen zur weltweiten Ernährungssicherung zu verpflichten, mahnten die Organisationen.

Rund 13 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich gefordert

«Wir dürfen es nicht zulassen, dass sich eine Hungerkrise wie 2007/2008 mit knapp einer Milliarde Hungernden auf der Welt wiederholt. Die globale Ernährungssicherheit sollte höchste politische Priorität haben», teilte Mathias Mogge, Generalsekretär der Welthungerhilfe, mit. Die Bundesregierung müsse gemeinsam mit den G7-Staaten insgesamt 14 Milliarden US-Dollar (rund 13 Milliarden Euro) pro Jahr zusätzlich für Ernährungssicherung bereitstellen, um den weltweiten Hunger zu besiegen.

Humanitäre Hilfe für Millionen von Kindern müsse die schlimmsten Folgen wie Hunger, ausbeuterische Arbeit zum Überleben und einen Mangel an Schulen und Bildung auffangen. «Während die Bundeswehr kurzerhand mit einem 100 Milliarden Euro-Sondervermögen ausgestattet wurde, benötigen wir jetzt Mittel in dieser Größenordnung vor allem für zivile Zwecke», erklärte Joshua Hofert von terre des hommes. Hofert: «Gleichzeitig brauchen wir eine langfristige klare Strategie für die Förderung von Kindern und Jugendlichen durch die deutsche Entwicklungspolitik, die deren Wünsche und Forderungen mit einbezieht.»

Der «Kompass 2022» ist nach Angaben der Organisationen die Weiterentwicklung eines jährlichen Berichts zur «Wirklichkeit der Entwicklungspolitik», der seit 1993 herausgeben werde. Er soll die deutsche Entwicklungspolitik einer kritischen Analyse unterziehen. Ein Prüfstein für Anforderungen an die deutsche Politik ist die 2015 beschlossene UN-Nachhaltigkeitsagenda.

© dpa

Weitere News

Top News

People news

US-Justiz: Vorwurf «Sex mit Kindern»: Prozess gegen R. Kelly eröffnet

Sport news

Leichtathletik-EM: Siebenkampf vor Entscheidung - «Jungs haben krass vorgelegt»

People news

Film: «Danke, Wolfgang» - Trauer um Star-Regisseur Petersen

Tv & kino

Talkshow: Frank Plasberg hört bei «Hart aber fair» auf

Handy ratgeber & tests

Featured: Tower of Fantasy: Alle gültigen Promo-Codes & Events im August 2022

Auto news

Sommerhitze: Waldbrandgefahr: Autos nicht auf trockenen Flächen parken

Job & geld

Polizei warnt: Vorsicht: Lukrative Jobangebote im Netz können Betrug sein

Handy ratgeber & tests

Featured: Galaxy Watch5 (Pro) vs. Galaxy Watch4 (Classic): So hat Samsung seine Smartwatch verbessert

Empfehlungen der Redaktion

Ausland

Nahrungsmittelknappheit: UN zu Ukraine-Krieg: Bis zu 47 Millionen mehr Hungernde

Panorama

Entwicklungshilfe: Experten: Ernährungssicherheit bei Klimapolitik mitdenken

Ausland

Menschenrechte: Auch durch Ukraine-Krieg: Rückschläge im Kampf gegen Hunger

Regional baden württemberg

Landwirtschaft: Experte vor G7-Treffen: Getreide verstärkt Ungleichgewichte

Wirtschaft

Russischer Angriffskrieg: Ukraine nimmt G7-Länder bei Getreidekrise in die Pflicht

Regional niedersachsen & bremen

Lebensbedingungen: Report: Kindeswohl durch Pandemie massiv bedroht

Wirtschaft

G7-Agrarministertreffen: Preisanstieg bei Lebensmitteln dämpfen - Hungersnot droht

Ausland

Lebensmittelkrise: Welthungerhilfe rechnet mit mehr Flüchtlingen