Nordkorea ernennt neue Außenministerin

11.06.2022 Inmitten steigender Spannungen mit anderen Ländern ernennt Nordkorea eine neue Außenministerin. Die Frau hat bereits Erfahrung auf dem Gebiet.

Choe Son Hui wurde zur neuen Außenministerin Nordkoreas ernannt. © Andy Wong/AP/dpa

Nordkorea hat eine Karrierediplomatin und erfahrene Unterhändlerin in Gesprächen mit den USA, Choe Son Hui, zur Außenministerin ernannt.

Die bisherige Vizeaußenministerin wurde bei einer Plenarsitzung des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei befördert, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Samstag. Sie leitet künftig als erste Frau des weithin abgeschotteten Staats das Ministerium. Sie ersetzt als neue Ressortchefin den ehemaligen Armeeoffizier Ri Son Gwon.

Schon als Vizeministerin galt die 1964 geborene Choe als eine der wenigen Frauen, die in der Machtelite Nordkoreas einen hohen Posten innehatten. Sie spielte unter anderem eine wichtige Rolle bei den beiden Gipfeltreffen von Machthaber Kim Jong Un mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump 2018 und 2019. Auch begleitete sie Kim im April 2019 bei seinem ersten Staatsbesuch in Russland.

Spannungen mit Nordkorea steigen wieder

Welche Folgen die Beförderung Choes für die Verhandlungen über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas haben könnten, war zunächst unklar. Ihre Ernennung erfolgte zu einem Zeitpunkt, da die Spannungen nach einer Reihe von Tests mit atomwaffenfähigen Raketen durch Nordkorea in diesem Jahr wieder steigen. Auch befürchten die USA und Südkorea, Nordkorea könnte jederzeit wieder einen neuen Atomtest vornehmen.

Die Verhandlungen Washingtons mit Pjöngjang kommen seit dem gescheiterten zweiten Gipfeltreffen Kims mit Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Nordkorea machte daraufhin mehrfach deutlich, an neuen Gesprächen nicht interessiert zu sein, solange Washington keine neuen Vorschläge unterbreite. So hatte auch Choe erklärt, es gebe keine Notwendigkeit, sich zusammenzusetzen.

Bei der jüngsten Sitzung des Zentralkomitees sprach Kim den Berichten zufolge von einem «sehr ernsten» Sicherheitsumfeld für das Land und dass es nötig sei, die Verteidigungsfähigkeiten zu verstärken. Auf die USA ging er dabei nicht direkt ein.

© dpa

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