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Journalistin eines US-Senders in Russland festgenommen

Der Journalistin drohen bis zu fünf Jahre Haft. Der Vorfall belastet das angespannte Verhältnis zwischen den Staaten weiter - denn in Russland sitzt bereits ein US-Reporter im Gefängnis.
Alsu Kurmasheva
Die Journalistin Alsu Kurmasheva wurde in Russland festgenommen. © Claire Bigg/Radio Free Europe/Radio Liberty/AP/dpa/Archiv

Russische Behörden haben nach Angaben des US-Auslandssenders Radio Free Europe/Radio Liberty eine US-Journalistin festgenommen. Alsu Kurmasheva, die auch die russische Staatsbürgerschaft besitzt, werde vorgeworfen, sich in Russland nicht als «ausländische Agentin» registriert zu haben, teilte der Sender am Mittwoch mit.

Ihr drohen demnach bis zu fünf Jahre Haft. Die Journalistin berichte seit langem für den Sender über ethnische Minderheiten in den russischen Teilrepubliken Tatarstan und Baschkortostan, hieß es.

Bereits die zweite Festnahme Kurmashevas

Nach Angaben des Senders ist es die zweite Festnahme Kurmashevas. Die Journalistin, die mit ihrer Familie in Prag lebt, sei im Mai wegen eines familiären Notfalls nach Russland gereist. Kurz vor ihrem Rückflug am 2. Juni sei sie erstmals in der Stadt Kasan vorübergehend festgenommen worden. Die Behörden hätten damals ihre Pässe beschlagnahmt und der Journalistin eine Geldstrafe auferlegt, weil sie es versäumt habe, ihren US-Pass in Russland zu registrieren. Sie habe auf die Rückgabe ihrer Pässe gewartet, als am Mittwoch der neue Vorwurf der unterlassenen Registrierung bekanntgegeben und Kurmasheva erneut festgenommen worden sei.

Wer in Russland als «ausländischer Agent» gelistet ist, muss mit zahlreichen Nachteilen rechnen. Die Organisationen, Medien und Personen in dem Register unterliegen einer verstärkten Aufsicht über ihre Finanzen. Die Einstufung soll Misstrauen gegen sie schüren und ihre Arbeit in Russland erschweren.

Vorwurf: Diskreditierung Russlands und der Armee

Russische Medien berichteten, dass die Journalistin nach Überzeugung der Ermittler in Tatarstan Material über die Einberufung von Hochschul-Lehrkräften zum Kriegsdienst zusammengetragen habe, um eine «alternative» Analyse zu schrieben, die nicht der offiziellen russischen Position entspreche. Vorgeworfen werden ihr die Diskreditierung Russlands und seiner Armee in deren Krieg gegen die Ukraine. Das steht in Russland unter Strafe.

Der Vorfall droht das ohnehin äußerst angespannte Verhältnis zwischen Russland und den USA weiter zu belasten. Anfang des Jahres hatte der russische Geheimdienst in der Millionenstadt Jekaterinburg den Reporter Evan Gershkovich vom «Wall Street Journal» festgenommen und ihm Spionage vorgeworfen. Der US-Amerikaner mit russischen Wurzeln und die Zeitung weisen die Vorwürfe vehement zurück. Gershkovich sitzt trotzdem seit Ende März in Haft.

Der 1951 gegründete US-Auslandssender Radio Free Europe/Radio Liberty wird von der US-Regierung finanziert, berichtet nach eigenen Angaben aber ohne Vorgaben aus Washington. Der Sender hatte nach der erzwungenen Schließung seines Moskauer Büros eine neue Niederlassung in Lettland zur Berichterstattung über Russland eröffnet.

© dpa
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