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Israel führt einen «Kampf um seine Existenz»

Israel lässt keinen Zweifel daran, dass eine Bodenoffensive gegen die islamistische Hamas in Gaza bevorsteht. Dort wird die Lage für die Zivilisten von Stunde zu Stunde katastrophaler. Die News.
Nahostkonflikt - Chan Yunis
Nahostkonflikt - Israel

Israel hält trotz der Forderungen nach einem humanitären Waffenstillstand unbeirrt an seiner Planung für eine Bodenoffensive im Gazastreifen gegen die islamistische Hamas fest. «Wir bereiten uns auf einen Bodenangriff vor. Ich werde nicht sagen, wann, wie und wie viele», sagte Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Abend in einer Fernsehansprache.

«Alle Hamas-Mitglieder sind todgeweiht - über der Erde, unter der Erde, in Gaza und außerhalb von Gaza.» Frankreichs Staatsführung stellte unterdessen den unter Durst und Hunger leidenden Menschen in dem dicht besiedelten Küstenstreifen medizinische Hilfe in Aussicht.

Frankreich und China kündigen Hilfe an

Ab heute sollen französische Flugzeuge mit medizinischem Material in Ägypten landen, wie Präsident Emmanuel Macron nach einem Treffen mit dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo ankündigte. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen für die Palästinenser, UNRWA, hatte zuvor vor einem nahenden Ende jeglicher humanitärer Hilfe im Gazastreifen gewarnt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte mit, Krankenhäuser in dem Küstengebiet müssten bereits wegen Treibstoffmangels schließen. Israel blockiert weiter die Lieferung von Treibstoff in das Gebiet, weil das die Hamas stärken könne und Missbrauch für Terrorzwecke zu befürchten sei. Die Islamistenorganisation habe selbst große Treibstoffvorräte, enthalte sie dem eigenen Volk aber vor.

Ägypten lässt zur Behandlung palästinensischer Verletzter aus dem Gazastreifen nahe der gemeinsamen Grenze zudem ein Feldlazarett errichten. Dieses werde hinter einem staatlichen Krankenhaus im Ort Scheich Suwaid gebaut, sagte ein ägyptischer Regierungsvertreter der Deutschen Presse-Agentur.

Auch die chinesische Regierung kündigte weitere humanitäre Hilfe für die Menschen im Gazastreifen an. China sei besorgt über die hohe Zahl ziviler Opfer im israelisch-palästinensischen Konflikt und die extreme Verschlechterung der humanitären Lage, zitierten chinesische Staatsmedien einen Sprecher der chinesischen Behörde für internationale Entwicklungszusammenarbeit.

China werde dem Gazastreifen weitere 15 Millionen Yuan (rund 1,9 Millionen Euro) in Form von Lebensmitteln, Medikamenten und anderen Gütern zur Verfügung stellen. Peking hatte bereits zuvor Hilfe für die Menschen in Gaza auf den Weg gebracht.

Israelische Armee: Begrenzter Panzervorstoß im Gazastreifen

Unterdessen geht der Krieg zwischen der Hamas und Israel unerbittlich weiter. Die israelische Luftwaffe bombardierte nach eigenen Angaben erneut zahlreiche Ziele im Gazastreifen. Wie das israelische Militär auf Telegram bekanntgab, hätten Kampfflugzeuge im Verlaufe des vergangenen Tages mehr als 250 «Terrorziele» angegriffen.

Dazu gehörten Kommandozentralen, Tunnelschächte und Raketenabschussrampen inmitten von Wohngebieten, von wo aus seit Kriegsbeginn auf israelisches Gebiet geschossen worden sei. Zudem hätten Soldaten eine Abschussbasis für Boden-Luft-Raketen der Hamas in der Gegend von Khan Younis im Süden des Gazastreifens getroffen, hieß es weiter.

Auch unternahm das israelische Militär erneut einen begrenzten Panzervorstoß im Norden des von der islamistischen Hamas beherrschten Gazastreifens. Es seien dabei in der Nacht «zahlreiche Terroristen, terroristische Infrastruktur und Abschussrampen für Panzerabwehrraketen» aufgespürt und angegriffen worden, teilte die Armee mit.

Nach Beendigung des Vorstoßes hätten die Soldaten das Gebiet wieder verlassen. Es sei Teil der Vorbereitungen «für die nächsten Kampfphasen» gewesen, hieß es.

Mitglieder der Hamas hatten zuvor eigenen Angaben zufolge aus dem Gazastreifen erneut zwei Raketen mit größerer Reichweite in Richtung Haifa im Norden und Eilat im Süden Israels abgefeuert. Laut Medien explodierte ein Geschoss in der Luft, das andere sei im Süden auf offenes Gelände gefallen. Berichte über Verletzte oder Schäden gab es zunächst nicht.

Netanjahu: Israel führt «Kampf um seine Existenz»

Israel befinde sich mitten in einem «Kampf um seine Existenz», sagte Netanjahu. Tausende Terroristen seien seit dem Massaker der islamistischen Hamas an israelischen Zivilisten am 7. Oktober bereits getötet worden und dies sei «nur der Anfang».

Militärsprecher Daniel Hagari sagte am Abend, die israelische Luftwaffe greife zur Vorbereitung auf eine Bodenoffensive weiter Ziele im Gazastreifen an. Dabei sei auch «Terrorinfrastruktur im Untergrund» getroffen worden. «Jeder Schlag verbessert unsere Situation für die nächsten Phasen», sagte Hagari. Unter dem dicht besiedelten Küstenstreifen verläuft ein weitreichendes Tunnelsystem, in dem auch Geiseln vermutet werden, die die Hamas bei ihrem Großangriff auf Israel entführt hatte.

Israelischer Minister: Kommission wird 7. Oktober untersuchen

Ein israelischer Minister kündigte außerdem die Bildung einer staatlichen Untersuchungskommission in Bezug auf den Hamas-Terrorangriff am 7. Oktober an. Diese solle nach dem Krieg «die Schuldfrage» auf israelischer Seite klären, sagte Kulturminister Miki Sohar der Internetseite ynet. Die Kommission werde «unabhängig» sein. «Die ganze israelische Bevölkerung wird sich auf sie verlassen können.»

In Israel gibt es massive Kritik an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der bisher keine direkte Verantwortung für das politische und militärische Versagen am 7. Oktober übernommen hat. Im Gegensatz dazu hatten sich auch führende Vertreter von Militär und Geheimdienst zu ihrer Verantwortung bekannt.

Israels Armee: Hamas hindert Menschen an Flucht nach Süd-Gaza

Die islamistische Hamas hindert Zivilisten im Gazastreifen nach israelischer Darstellung weiterhin an der Flucht aus dem besonders unsicheren Norden des Küstengebietes. Die israelische Armee fordere die Bevölkerung aus Sicherheitsgründen zur Flucht in den Süden auf, teilte das Militär am Donnerstag mit. Doch Hamas-Mitglieder würden unter anderem Straßenblockaden aufstellen.

In einem von der Armee veröffentlichten Gespräch berichtet ein Palästinenser zudem von Schüssen auf Zivilisten, die flüchten wollten. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Es sind allerdings laut Armeeangaben schon mindestens rund 700.000 Menschen in den Süden geflohen, die Vereinten Nationen sprechen sogar von 1,4 Millionen Vertriebenen durch die israelischen Luftangriffe.

Neue Raketenangriffe aus Gaza auf Israel

Militante Palästinenser im Gazastreifen greifen israelische Ortschaften auch während der heftigen Luftangriffe in dem Palästinensergebiet weiter mit Raketen an. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv heulten wieder die Warnsirenen.

Zuvor gab es auch in den Ortschaften am Rande des Gazastreifens immer wieder Raketenalarm, wie die israelische Armee mitteilte. Es gab zunächst keine Berichte über Opfer.

Nach israelischen Angaben haben militante Palästinenser seit Kriegsbeginn rund 8000 Raketen auf Israel abgefeuert. Das teilte Regierungssprecherin Tal Heinrich am Abend mit.

Iran warnt Israel im Falle einer Bodenoffensive vor Niederlage

Die militärische Führung des Irans stellte indes Israel im Falle einer Bodeninvasion im Gazastreifen eine Niederlage in Aussicht. «Lasst es mich Ihnen sagen: So wie der Stab des Mose zum Drachen wurde und die Heimtücke der Pharaonen durchkreuzte, so ist Gaza (...) der Drachen, der die Zionisten verschlingen wird, wenn sie den Boden betreten», zitierte die Nachrichtenagentur Tasnim den Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), Hussein Salami.

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans erklärter Erzfeind. Teheran hat seit den 1990er Jahren seine politischen und militärischen Beziehungen in der Region ausgebaut, um mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine «Achse des Widerstands» gegen Israel zu schaffen. Nach dem Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel lobte Irans Staatsführung die Attacke, wies eine direkte Verstrickung jedoch zurück.

Vereinte Nationen: Wassernot im Gazastreifen leicht gelindert

Die Wasserknappheit im südlichen Teil des Gazastreifens entspannt sich leicht. Dies wurde möglich, weil die UN-Organisationen UNRWA und Unicef Treibstoff aus Depots holen und zur Verfügung stellen konnten, wie das UN-Nothilfebüro Ocha mitteilte. Mit dem Treibstoff können Wasserpumpen betrieben werden.

Im Gazastreifen herrscht seit Jahrzehnten Wassernot. Normalerweise wird Trinkwasser jeden Tag mit Lastwagen angeliefert. Seit dem Überfall von militanten Hamas-Anhängern auf Israel am 7. Oktober hat Israel Lieferungen eingestellt. UNRWA und Unicef warten, dass die letzten Treibstoffreste im Laufe des Tages aufgebraucht sein dürften.

Israels Präsident trifft Angehörige von arabischen Geiseln

Israels Präsident Izchak Herzog besuchte in der Beduinenstadt Rahat im Süden des Landes arabische Familien besucht, deren Angehörige von der Hamas im Gazastreifen als Geiseln gehalten werden. «Dies ist kein Krieg zwischen Juden und Muslimen», sagte er in Bezug auf den Gaza-Krieg nach den Massakern im Auftrag der Hamas am 7. Oktober. «Dies ist ein Krieg zwischen den Menschen, die Licht bringen wollen und den Menschen, die Dunkelheit bringen wollen.»

Angriffe im Irak und Syrien seit Beginn des Gaza-Kriegs

Seit Beginn des Gaza-Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas beanspruchten pro-iranische Milizen mehr als ein Dutzend Angriffe im Irak und Syrien für sich. Sie trafen nach eigenen Angaben mit Drohnen und Raketen unter anderem vom US-Militär genutzte Stützpunkte.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte zählte sieben Angriffe auf Ziele der US-geführten Koalition zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Die US-Denkfabrik Washington Institute kam in einer Zählung auf insgesamt 18 Angriffe, davon 11 im Irak.

«Wir sind besorgt über eine mögliche Eskalation», sagte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin. Zu beobachten sei derzeit die «Aussicht auf eine erhebliche Eskalation der Angriffe» auf US-Truppen in der gesamten Region. Ministeriumssprecher Patrick Ryder sagte, diese gehe von «iranischen Stellvertretern und letztlich vom Iran» aus.

© dpa
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