Aktivisten: Viele Läden in iranischen Städten geschlossen

Noch ist die Debatte um die Auflösung der Sittenpolizei nicht ganz verhallt, da zeichnet sich im Iran eine neue Stoßrichtung des Protests ab. Die Demonstrationen zielen dieses Mal auf die Wirtschaft ab.
Eine Frau steht während einer Demonstration nach dem Tod der 22-jährigen Mahsa Amini Ende September in der iranischen Hauptstadt und zeigt das Victory-Zeichen. © Uncredited/AP/dpa

In mehreren Städten des Irans sind am Montag nach Angaben von Aktivisten viele Läden geschlossen geblieben. In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die geschlossene Geschäfte in Großstädten wie Isfahan, Schiras, Sanandadsch, Ilam und Urmia zeigen sollen. Die Bilder konnten nicht unabhängig geprüft werden. Vergangene Woche hatten Aktivisten im Iran, wo seit zweieinhalb Monaten gegen die politische Führung demonstriert wird, zu neuen landesweiten Protesten und Streiks aufgerufen. Die sogenannten 14-15-16-Proteste - die Zahlen sind das Datum im persischen Kalendermonat Azar - sollen bis Mittwoch dauern.

Auch in der Hauptstadt Teheran blieben Läden geschlossen. Es war allerdings unklar, ob dies als Geste einer Unterstützung der Proteste zu deuten war oder aus Angst vor möglichen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften geschah. Einige Ladenbesitzer im Teheraner Basar sollen Drohungen erhalten haben, dass sie bei einer Schließung mit heftigen Geldstrafen zu rechnen hätten.

Im Iran wird seit Mitte September gegen die politische Führung demonstriert. Auslöser der Massenproteste war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie starb im Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen angeblichen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seither mindestens 470 Demonstranten getötet und rund 18.000 Menschen verhaftet.

© dpa
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