Macron über Putin-Telefonat: «Hat keine Wirkung gezeigt»

25.02.2022 Macron ist der erste westliche Politiker, der mit dem Kremlchef seit Beginn des Ukraine-Angriffs telefoniert. Nach dem Gespräch zeigt sich Macron ernüchtert. Auch Indiens Premier versucht, zu intervenieren.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Kremlchef Wladimir Putin telefoniert. © Olivier Hoslet/Pool EPA via AP/dpa

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat sein Gespräch mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin als «offen, direkt und kurz» bezeichnet.

Er habe Putin in dem Gespräch auf Bitten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj aufgefordert, die Kämpfe in der Ukraine so rasch wie möglich zu beenden, sagte Macron nach einem EU-Krisengipfel in Brüssel.

Er gestand mit Verweis auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine ein: «Es hat keine Wirkung gezeigt, das sehen Sie im Moment ganz deutlich, da der russische Präsident den Krieg gewählt hat.»

Er habe Putin dazu aufgefordert, zu diskutieren, mit Selenskyj zu diskutieren, sagte Macron. Selenskyj selbst erreiche Putin schließlich nicht. Es sei seine Verantwortung, eine solche Initiative zu ergreifen, wenn sie von der Ukraine erbeten werde.

Frankreichs Außenminister: Auch Nato «nukleares Bündnis»

Macron warb dafür, das russische Vorgehen zu verurteilen und zu sanktionieren, aber zugleich den Weg des Gesprächs offen zu halten, damit ein Ende der Feindseligkeiten erreicht werden könne, wenn die Bedingungen erfüllt seien. Macron ist der erste westliche Politiker, der mit Putin nach dessen international scharf kritisierten Einsatzbefehl gesprochen hat.

Angesichts nuklearer Drohungen von Putin zu Beginn des russischen Einmarsches hatte Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian zuletzt auf das atomare Potenzial der Nato verwiesen. «Wladimir Putin muss auch verstehen, dass die Atlantische Allianz ein nukleares Bündnis ist», sagte Le Drian dem Sender TV1.

Indiens Premier Modi appelliert an Putin

Auch Indiens Premierminister Narendra Modi appellierte in einem Telefonat mit Putin, die Gewalt in der Ukraine sofort zu beenden. Modi betonte nach Angaben seines Büros, dass die Differenzen zwischen Russland und der Nato nur durch «ehrlichen und aufrichtigen Dialog» gelöst werden könnten. Er forderte konzertierte Bemühungen von allen Seiten, um zum Weg diplomatischer Verhandlungen und zum Dialog zurückzukehren.

Verurteilt hat Indien - die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt - den Angriffskrieg von Russland in der Ukraine bisher nicht. Auch Sanktionen hat Indien nicht erlassen. Die beiden Länder hatten schon in Zeiten der Sowjetunion enge Beziehungen. Indien ist auch strategisch stark mit Russland verbunden, da ein Großteil der indischen Militärhardware von Russland stammt.

© dpa

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