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Hunderte Migranten erreichen Italien

Dieses Jahr erreichten schon fast so viele Migranten Italien auf dem Seeweg wie im gesamten letzten Jahr. Einigen Booten gelingt die gefährliche Überfahrt nach Europa, andere sind auf Retter angewiesen.
Migranten
Migranten auf der Insel Lampedusa. © Marcello Valeri/ZUMA Press Wire/dpa

Mehrere Hundert Migranten haben an diesem Wochenende wieder die italienische Insel Lampedusa erreicht. Dutzende wurden von ihren seeuntauglichen Booten in Sicherheit gebracht, anderen gelang die gefährliche Überfahrt von Tunesien oder Libyen.

Seenotretter der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch nahmen 72 Menschen an Bord des 14 Meter langen Bootes «Aurora». Die Migranten gingen am Samstagabend auf Lampedusa an Land, wie Sea-Watch auf dem Online-Portal X (vormals Twitter) mitteilte.

Seit Jahren versuchen Migranten, insbesondere von den Küsten der nordafrikanischen Länder Libyen und Tunesien aus nach Italien zu kommen. In diesem Jahr haben nach Angaben der italienischen Regierung bereits knapp 103.000 Menschen (Stand 18.8.) auf Booten das Land erreicht - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum und fast genauso viele wie im gesamten letzten Jahr. Immer wieder gibt es im Mittelmeer verheerende Unglücke mit vielen Toten.

Der italienischen Rechtsregierung sind die zivilen Retter ein Dorn im Auge. Die Behörden weisen ihnen immer wieder weit entfernte Häfen zu. Sea-Watch schlug am Samstag Alarm, der zunächst zugewiesene Hafen in Trapani im Nordwesten Siziliens sei mangels Treibstoffs unerreichbar für die Crew, und das Trinkwasser gehe aus. Schließlich teilte die NGO mit, eine Genehmigung bekommen zu haben, die Migranten auf die deutlich näher gelegene Insel Lampedusa zu bringen.

114 Menschen innerhalb von 72 Stunden gerettet

In internationalen Gewässern zwischen Malta und Kreta retteten Helfer der deutschen Organisation Sea-Eye innerhalb von 72 Stunden 114 Menschen, die auf Kunststoffbooten unterwegs waren, wie die Organisation mitteilte. Vier Menschen auf dem dritten gefundenen Boot seien bewusstlos gewesen und auf dem Rettungsschiffs versorgt und stabilisiert worden. Am Sonntag bekam das Schiff von der Seenotrettungsleitstelle in Rom Salerno südöstlich von Neapel als Hafen zugewiesen, wie ein Sprecher von Sea-Eye mitteilte.

Mehrere Boote schafften die gefährliche Überfahrt von Libyen beziehungsweise Tunesien nach Lampedusa aus eigener Kraft. In der Nacht und am frühen Sonntagmorgen erreichten mehrere kleinere Gruppen von Migranten Anlegestellen der Insel, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Mehr als 1000 Migranten sollten am Sonntag unter anderem per Fähre nach Trapani und Porto Empedocle auf Sizilien gebracht werden, um das Aufnahmezentrum auf Lampedusa zu entlasten. Die kleine Insel liegt im Mittelmeer südlich des italienischen Festlandes zwischen der tunesischen und der maltesischen Küste.

Bericht: Verteilung nach neuen Kriterien

Angesichts der vielen Ankömmlinge plant das italienische Innenministerium einem Medienbericht zufolge, die Verteilung der Menschen im Land nach neuen Kriterien zu organisieren. In der Folge könnte es mehr Transfers in Regionen mit geringerer Bevölkerungsdichte wie Sardinien und Basilikata geben, berichtete die Zeitung «Corriere della Sera» am Sonntag.

Im östlichen Mittelmeer rettete die griechische Küstenwache in den vergangenen Tagen Dutzende Migranten, unter anderem vor der Insel Lesbos. Das griechische Migrationsministerium registrierte zuletzt einen deutlichen Anstieg der Zahl der Menschen, die von der türkischen Ägäisküste auf griechische Inseln übersetzen konnten.

© dpa
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