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Hoffnung auf Freilassung weiterer Geiseln im Gazastreifen

Zwei US-Amerikanerinnen sind wieder frei - doch verschleppt hat die Terrororganisation Hamas mehr als 200 Menschen. Deren Schicksal bringt angesichts einer möglichen Bodenoffensive auch Israel unter Druck.
US-Geiseln freigelassen
Angehörige von Geiseln in Tel Aviv

Die Nachricht von der Freilassung zweier US-amerikanischer Geiseln der islamistischen Hamas im Gazastreifen ist bei Angehörigen und Politikern mit großer Erleichterung aufgenommen worden. Die «schlimmsten zwei Wochen» in seinem Leben hätten sich in den «besten Tag» verwandelt, sagte der Vater einer der Geiseln der US-Zeitung «Boston Herald».

Zugleich nehme der Druck auf Israel zu, eine Bodenoffensive in der hermetisch abgeriegelten Küstenenklave gegen die Hamas aufzuschieben, um mehr Zeit für die Freilassung weiterer von der Hamas festgehaltenen Geiseln zu gewinnen, wie das «Wall Street Journal» berichtete.

Macron will Engagement Katars «würdigen»

Es handelte sich um die erste Freilassung von Geiseln der Hamas im Gazastreifen seit dem Terrorangriff der Organisation auf Israel am 7. Oktober, bei dem mehr als 200 Menschen verschleppt wurden, darunter auch Deutsche. Katar habe «eine entscheidende Rolle bei der Freilassung» der Geiseln gespielt, schrieb der französische Präsident Emmanuel Macron auf der Plattform X (vormals Twitter). Er wolle das Engagement Katars «würdigen», schrieb er und fügte hinzu, die Bemühungen zur Freilassung der französischen Geiseln fortzusetzen.

Das israelische Militär schrieb in der Nacht zu der Freilassung auf Telegram: «Die Hamas stellt sich der Welt so dar, als hätte sie die Frauen, die sie als Geiseln genommen hat, aus humanitären Gründen zurückgegeben, während die Hamas in Wirklichkeit eine mörderische Terrororganisation ist, die gerade jetzt Säuglinge, Kinder, Frauen und ältere Menschen im Gazastreifen als Geiseln hält und weiterhin Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht.»

Katar optimistisch in Hamas-Geiselkrise

Vermittler Katar äußerte sich optimistisch zu einer möglichen Freilassung weiterer Zivilisten. «Wir sind auf einem Weg, der sehr bald zur Freilassung der Geiseln, insbesondere der Zivilisten, führen wird», sagte Madschid al-Ansari, Sprecher des katarischen Außenministeriums, der «Welt am Sonntag».

Die Freilassung der US-amerikanischen Geiseln bestätige die prinzipielle Bereitschaft der Hamas, die Geiseln freizugeben, sagte Al-Ansari. «Wir arbeiten derzeit an einer Vereinbarung, nach der zunächst alle zivilen Geiseln freigelassen werden sollen», sagte Al-Ansari. «Natürlich wollen wir, dass alle Geiseln so schnell wie möglich bei ihren Familien sind. Aber die Priorität liegt bei den Zivilisten, den Frauen, den Kindern und den Menschen, die mit diesem Konflikt nichts zu tun haben.»

Dass Katar jetzt - wie schon nach der Machtübernahme durch die Taliban in Afghanistan 2021 - wieder als Vermittler gefragt ist, hat mit seinen Beziehungen zu islamistischen Gruppierungen auf der einen Seite und zu westlichen Staaten auf der anderen Seite zu tun. Der arabische Golfstaat gehört seit etwa 15 Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Die Hilfe besteht anders als im Falle des Iran aber nicht aus Waffenlieferungen. Vielmehr greift das reiche Emirat der islamistischen Bewegung vor allem politisch unter die Arme und leistet finanzielle Hilfe.

Vater von Befreiter: «Bin in Tränen aufgelöst»

US-Präsident Joe Biden sprach unterdessen nach Angaben des Weißen Hauses mit den freigelassenen Geiseln - Judith Tai Raanan und ihrer Tochter Natalie Shoshana Raanan. Biden habe mit ihnen telefoniert und die volle Unterstützung der Regierung dabei zugesichert, sich «von dieser schrecklichen Tortur» zu erholen. Seiner Tochter gehe es «gut», zitierte das Blatt den Vater. «Ich bin in Tränen aufgelöst». Seine Ex-Frau und ihre Tochter seien in Israel gewesen, um den 85. Geburtstag der Großmutter zu feiern, berichtete die Zeitung weiter.

© dpa
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