Noch fünf Kandidaten für Johnson-Nachfolge - Ton wird rauer

Der Kampf um die Nachfolge von Boris Johnson geht in die heiße Phase. Die britische Generalstaatsanwältin ist nicht mehr dabei. Wer bekommt die Stimmen ihrer Unterstützer?
Penny Mordaunt (l) gilt als eine der Favoritinnen im Kampf um die Johnson-Nachfolge. © Stefan Rousseau/PA Wire/dpa

Da waren es nur noch fünf: Generalstaatsanwältin Suella Braverman ist aus dem Rennen um die Nachfolge des britischen Premierministers Boris Johnson ausgeschieden. Die rechtskonservative Chefjustiziarin der Regierung erhielt bei der zweiten Abstimmung in der konservativen Fraktion am Donnerstag in London die wenigsten Stimmen. Am besten schnitten erneut Ex-Finanzminister Rishi Sunak und Handels-Staatssekretärin Penny Mordaunt ab, die beide als Vertreter des liberalen Flügels gelten.

Abstimmungen gehen nächste Woche weiter

Die nächsten Abstimmungen in der Fraktion mit 358 Mitgliedern sind kommende Woche geplant. Am Mittwoch soll dann klar sein, zwischen welchen beiden Bewerbern die Parteimitglieder in einer Stichwahl entscheiden. Das Ergebnis - und damit die Nachfolge von Johnson als Partei- und Regierungschef - soll spätestens am 5. September feststehen.

Der Wahlgang sei ein «starkes Vertrauensvotum» für Sunak, sagte dessen ehemaliger Kabinettskollege Matt Hancock dem Sender Sky News. Allerdings bedeutet die klare Führung Sunaks, der 101 der 356 abgegeben Stimmen erhielt, noch keine Vorentscheidung. Erwartet wird, dass Bravermans Unterstützer nun für Außenministerin Liz Truss oder Ex-Staatssekretärin Kimi Badenoch stimmen, die auf den Plätzen drei und vier landeten und ebenfalls dem rechten Lager zugeordnet werden.

Einigkeit bei vielen Themen

Die Bewerberinnen und Bewerber liegen bei vielen Themen nicht allzu weit auseinander. So zweifelt niemand den Brexit an, zu umstrittenen Plänen der Johnson-Regierung herrscht Einigkeit. Alle kündigen - wie vom Gros der Partei gefordert - Steuersenkungen an.

Allerdings wurde der Ton rauer. Unmittelbar vor der Abstimmung sprach der frühere Brexit-Minister David Frost seiner einstigen Stellvertreterin Mordaunt, die als Favoritin der Parteibasis gilt, die Fähigkeit zum Regieren ab. Frost sagte dem Sender Talk TV: «Ich hatte das Gefühl, dass sie die Details nicht beherrschte, die bei den Verhandlungen im letzten Jahr notwendig waren.» Er gilt als Unterstützer von Truss. Auch andere rechtskonservative Parteimitglieder attackierten die Staatssekretärin.

Außenseiter unter den verbleibenden Kandidaten ist Tom Tugendhat. Der Chef des Auswärtigen Ausschusses verlor im Vergleich zur ersten Runde am Mittwoch fünf Stimmen. Aufrufe, sich aus dem Rennen zurückzuziehen, wies der liberale Kandidat aber zurück.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Fußball-WM in Katar: Costa Rica leistet DFB-Team riesige Hilfe: Sieg gegen Japan
People news
Musik: «Flashdance»-Sängerin Irene Cara gestorben
Tv & kino
Medien: Thrillerserie «Echo 3»: Luke Evans als US-Elite-Soldat
People news
Musikerin: Sarah Connor über ukrainische Gastfamilie: Gute Erfahrung
Auto news
Führerscheinprüfung in Fremdsprachen : Hocharabisch am stärksten gefragt
Das beste netz deutschlands
Featured: #YoungMakesGreen: So hilft Vodafone Schüler:innen digitale Lösungen gegen den Klimawandel zu entwickeln
Das beste netz deutschlands
Featured: Vodafone Black Week: Jetzt die besten iPhone-Deals sichern
Internet news & surftipps
Sanktionen: Nationale Sicherheit: USA verbannen Huawei-Geräte vom Markt
Empfehlungen der Redaktion
Ausland
Tugendhat raus: Noch vier Kandidaten im Rennen um Johnson-Nachfolge
Ausland
Großbritannien: Johnson-Nachfolge: Sechs Kandidaten erreichen nächste Runde
Ausland
Großbritannien: Acht Kandidaten im Rennen um Johnsons Nachfolge
Ausland
Großbritannien: Truss-Nachfolge: Viel Rückhalt für Ex-Minister Sunak
Ausland
Großbritannien: Ringen in London um Boris Johnsons Nachfolge
Ausland
Großbritannien: Noch drei Kandidaten für Johnson-Nachfolge
Ausland
Truss oder Sunak?: Abstimmung über Johnsons Nachfolge beginnt
Ausland
London: Britische Regierung übersteht Vertrauensabstimmung